Private Equity Arbeiter besetzen Werk

Der US-Finanzinvestor Lone Star hat die Belegschaft eines Fahrradwerks in Thüringen gegen sich aufgebracht. Aus Protest gegen die Betriebsschließung ohne Sozialplan besetzen die Metaller das Werk - eine in Deutschland ungewöhnliche Form des Arbeitskampfs.

Nordhausen - Mit einer Besetzung ihres Werks im thüringischen Nordhausen wehrt sich die Belegschaft des Fahrradherstellers Bike Systems gegen die Betriebsschließung ohne Sozialplan.

Die unbefristete Aktion sei am Dienstag gestartet worden, sagte die 1. Bevollmächtigte der IG Metall Nordhausen, Astrid Schwarz-Zaplinski, und bestätigte damit einen Bericht des Radiosenders Antenne Thüringen. Alle 135 Beschäftigten beteiligen sich an der Besetzung, die in drei Schichten Tag und Nacht fortgesetzt werden soll.

Der Eigentümer, die Investmentgesellschaft Lone Star, weigert sich den Angaben zufolge, einen Sozialplan aufzustellen und eine Beschäftigungsgesellschaft zu organisieren. Betriebsrat und Belegschaft seien am 20. Juni darüber informiert worden, dass die Produktion Ende Juni eingestellt würde. Bei einer Betriebsversammlung am Dienstag sei die Entscheidung zur Besetzung des Fahrradwerks gefallen. "Ziel ist es, eine Auffanglösung für die von Arbeitslosigkeit bedrohten Arbeitnehmer zu organisieren", hieß es.

Das Fahrradwerk in Nordhausen hatte früher zur Biria-Gruppe gehört, bei der die Investmentgesellschaft Lone Star eingestiegen war. Ende 2006 hatte die Gesellschaft das Biria-Werk im sächsischen Neukirch geschlossen und nach Gewerkschaftsangaben das Betriebsvermögen des Werks in Nordhausen für eine andere Beteiligung genutzt.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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