MLP-Töchter Nichts wie weg

MLP setzt seinen Rückzug aus verlustreichen Aktivitäten im Ausland fort. Der Finanzdienstleister beendet sein Geschäft in Großbritannien und Spanien. Neben dem deutschen Heimatmarkt bleiben nur die Ableger in Österreich und den Niederlanden erhalten.

Stuttgart - Der Finanz- und Versicherungsmakler MLP  trennt sich von seinen seit Jahren verlustbringenden Aktivitäten in Großbritannien und Spanien. Damit schrumpfen die Vertriebsaktivitäten des Wieslocher Konzerns auf die profitablen Märkte Deutschland, Österreich und Niederlande zusammen. In der Schweiz hatte MLP sein wenig erfolgreiches Geschäft bereits beendet.

Die Abwicklung der Töchter in Großbritannien und Spanien werde das Ergebnis mit einem einstelligen Millionenbetrag belasten, teilte MLP am Dienstag mit. Die bisherige Ergebnisprognose bekräftigte der Konzern allerdings. Im Ausland war MLP mit seinem auf Akademiker zugeschnitten Vertrieb von Altersvorsorgeprodukten und Versicherungen insgesamt nie auf einen grünen Zweig gekommen.

Lediglich 3 Prozent der als Provision von Versicherungen und Finanzanbietern vereinnahmten Erträge von knapp 590 Millionen Euro stammten zuletzt aus dem Ausland. Dafür drückte das Auslandsgeschäft stetig den Gewinn. MLP geht es dabei ähnlich wie Konkurrent AWD , der zuletzt ebenfalls außerhalb des deutschen Markts schlechte Erfahrungen gemacht hatte. Vor knapp einem Jahr trennte sich AWD von seinem unprofitablen Italien-Geschäft. Der hannoversche Konzern, der etwa die Hälfte seines Umsatzes im Ausland macht, war seit 2002 in Italien aktiv.

Mit dem Abschied aus Großbritannien und Spanien befreit sich MLP-Chef Uwe Schroeder-Wildberg von einer Altlast seines Vorgängers. Die vor sechs beziehungsweise fünf Jahren gegründeten Töchter betreuten zuletzt zusammen 7000 Kunden, das entspricht knapp 1 Prozent des gesamten Kundenstamms. Die rund 140 Mitarbeiter - von denen 80 als Berater tätig sind - kämen nun zum Teil bei Wettbewerbern unter, teilte MLP mit. Ursprünglich war ein Zuwachs auf 250 Berater bis Jahresende geplant gewesen. Um dieses Ziel zu erreichen, hatte MLP auch Zukäufe erwogen, die Pläne aber schließlich verworfen. "Rein organisches Wachstum ist schwierig in Großbritannien und Spanien", sagte ein Sprecher.

Einen Großteil der Belastungen aus der Aufgabe des Engagements in den beiden Ländern wird MLP durch den vor kurzem angekündigten Verkauf seines Fondsanalyse-Geschäfts auffangen können. Daher bestätigte das im Nebenwerte-Index MDax gelistete Unternehmen für sein fortzuführendes Geschäft die Erwartung, ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern in Höhe von 110 Millionen Euro in diesem Jahr erwirtschaften zu können. Das selbstgesteckte Wachstumsziel bei der Zahl der Kundenberater wird der Makler jedoch durch den Teilrückzug aus dem Ausland verfehlen. Bis Jahresende soll die Zahl der Kundenbetreuer 2750 erreichen. Ursprünglich waren 3000 geplant, Ende 2006 zählte MLP 2650.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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