EADS-Spitze "Es ist alles völlig offen"

Wer wird künftig an der Spitze des Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS stehen? Die deutsche und die französische Regierung scheinen sich einig, dass einer der Co-Vorstandschefs weichen soll. Aber wer – Thomas Enders oder Louis Gallois? Beide Länder beteuern, noch sei das nicht entschieden, und vertrösten auf kommenden Montag.

Amsterdam - Die heftig diskutierte Führungsfrage beim europäischen Flugzeugbau- und Rüstungskonzern EADS  ist weiter offen.

DaimlerChrysler  und die französischen Aktionäre hätten noch keine Entscheidung über Managementstrukturen des Konzerns oder über Nominierungen für Führungspositionen getroffen, erklärte das Unternehmen am Dienstag in Amsterdam. Die Stellungnahme erfolge in Absprache mit den Großaktionären DaimlerChrysler und der französischen Holding Sogeade, in der die Anteile des Medienkonzerns Lagardère Groupe  und des französischen Staats gebündelt sind. Damit reagierte der Konzern auf Spekulationen um eine mögliche Abschaffung der EADS-Doppelspitze.

Auch die französische Regierung betonte am Dienstag, dass noch keine Entscheidung gefallen sei. "Es gibt keine Abmachung zwischen der deutschen und der französischen Seite, über die Namen oder die künftige Führung", sagte Regierungssprecher David Martinon dem Radiosender BFM. Präsident Sarkozy sei allerdings daran interessiert, "die Führung des Konzerns zu ändern, um zu vermeiden dass ständig international verhandelt werden muss, anstatt das Unternehmen zu leiten", fügte er hinzu.

Wettrennen der Manager noch nicht entschieden

Medienberichten zufolge will die Bundesregierung den deutschen EADS-Co-Chef Thomas Enders als alleinigen Chef durchsetzen. Die Diskussionen der Aktionäre zur Vorbereitung des Treffens von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und dem französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy am 16. Juli hielten an, erklärte EADS. "Es ist alles völlig offen", sagte ein Unternehmenssprecher.

"Es wird daran gearbeitet, und es wird etwas bekannt gegeben am Montag. Es kann sowohl sein, dass es Änderungen gibt, als auch, dass vorerst alles beim Alten bleibt", ergänzte der Sprecher mit Blick auf die Führungsfrage.

In Zeitungsberichten hatte es geheißen, Franzosen und Deutsche hätten sich grundsätzlich auf die Abschaffung der Doppelspitze geeinigt. Bei dem Treffen zwischen Merkel und Sarkozy sollen Personalien und Finanzierungsangelegenheiten erörtert werden.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters

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