Bahnstreik Wo es Verspätungen gibt - und wie lange sie dauern sollen

Menschentrauben auf den Bahnsteigen, sehnsüchtiges Warten auf neue Durchsagen - wer heute mit dem Zug in Deutschland unterwegs ist, hat Probleme. manager-magazin.de zeigt, auf welchen Bahnhöfen das Chaos wie groß ist.

Hamburg - Die stillstehenden Loks haben bundesweit für Aufregung gesorgt - auch vor Gericht. Die Lokomotivführer in Norddeutschland haben wegen einer einstweiligen Verfügung des Arbeitsgerichts Mainz ihren Warnstreik am Dienstag vorzeitig abgebrochen. Die Züge kamen jedoch erst nach und nach wieder in Gang. Die Verfügung sei um 10.15 Uhr eingegangen und anschließend habe die Gewerkschaft die Streikenden informiert, sagte ein Sprecher der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL).

Da der Streik ohnehin nur bis 11.00 Uhr dauern sollte, hat die Gewerkschaft sich weitgehend durchgesetzt. Es kam zu starken Behinderungen im Nah- und Fernverkehr in Norddeutschland. In anderen Regionen sah es nicht viel besser aus.

Lokführer-Streik - wen es heute traf

Schleswig-Holstein Verspätungen und Ausfälle meldete die Bahn auf den Strecken Kiel-Hamburg, Lübeck-Hamburg und Lübeck-Neustadt
Mecklenburg-Vorpommern Laut Angaben der GDL rollte hier zeitweise kein Zug mehr, weder im Güter-, Regional- noch im Fernverkehr
Hamburg Der S-Bahn-Verkehr stand am Morgen fast vollständig still. Viele Fernverbindungen hatten Verspätung von bis zu 120 Minuten, andere fielen ganz aus
Bremen Es kam zu Behinderungen im S-Bahn- und Nahverkehr im Großraum Bremen
Niedersachsen Im Fernverkehr gab es Verspätungen von bis zu zwei Stunden. Auch Nah- und Güterverkehr waren betroffen
Berlin/Brandenburg Mehr als die Hälfte der Züge stand laut Bahn-Informationen still. Betroffen waren Regional-, Fern- und S-Bahn-Verbindungen
Thüringen In der Umgebung von Erfurt stand der Zugverkehr zeitweise still
Sachsen-Anhalt Nah-, Fern- und Güterverkehr lagen laut GDL lahm. Zwischen Halle und Magdeburg wurden zusätzliche Busse eingesetzt
Sachsen Rund 100 Lokführer traten in den Ausstand. Um Leipzig kam der gesamte Zugverkehr zum Erliegen, auch Chemnitz und Dresden waren betroffen
Nordrhein-Westfalen Trotz der Einstweiligen Verfügung des Arbeitsgerichts Düsseldorf begannen um 8 Uhr die Warnstreiks. Kurz darau wurden die Maßnahmen jedoch wieder beendet. Trotzdem müssen Reisende weiterhin mit Verspätungen rechnen
Rheinland-Pfalz/Saarland Zahlreiche Züge blieben stehen, so etwa mehrere Fernzüge im Mainzer Hauptbahnhof und drei Regionalzüge auf der Strecke Mannheim-Saarbrücken
Hessen In der Rhein-Main-Region kam der S-Bahn-Verkehr teilweise komplett zum Erliegen, auch einige Regional- und Fernverbindungen waren betroffen. Seit 9 Uhr ist etwa die Hälfte der S-Bahnen wieder unterwegs
Bayern Im Großraum München ruhte der S-Bahn-Verkehr, auch in Nordbayern wurden Beeinträchtigungen gemeldet. Im Fernverkehr fiel ein Intercity in Würzburg aus.
Baden-Würtemberg In Stuttgart war der S-Bahn-Verkehr beeinträchtigt
Quelle: bahn.de, dpa, AP
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