Montag, 18. November 2019

Münchener Rück Hedgefonds wollten Zerschlagung

Gegenüber Hedgefonds hat sich Münchener-Rück-Chef Nikolas von Bomhard klar gegen eine Zerschlagung des Konzerns ausgesprochen. Fonds halten 10 bis 15 Prozent an dem Konzern. Weil im Kerngeschäft der Wettbewerb auf die Preise drückt, will die Münchener Rück indes mit neuen Ideen das Geschäft ihrer Erstversicherer stärken.

Frankfurt am Main - Hedgefonds halten an dem weltweit zweitgrößten Rückversicherer Münchener Rück Börsen-Chart zeigen mittlerweile 10 bis 15 Prozent, schätzt Konzernchef Nikolas von Bomhard. "Wir haben keine Anzeichen, dass der Anteil wächst", sagte von Bomhard dem Magazin "Wirtschaftswoche" laut einer Vorabmeldung vom Sonnabend. Mit Hedgefonds sei auch über eine Zerschlagung des Unternehmens gesprochen worden. Bomhard lehnt diese aber ab: "Wer, wie wir, mittel- und langfristig Wert schaffen will, für den macht eine kurzfristig orientierte Zerschlagung keinen Sinn."

Hedgefonds investiert: Spekulative Finanzinvestoren halten mittlerweile bis zu 15 Prozent an dem weltweit zweitgrößten Rückversicherer
Die Erstversicherungstochter Ergo Börsen-Chart zeigen will der Konzern durch Zukäufe stärken, bekräftigte von Bomhard. "Wir werden vor allem in Nischen aktiv sein, wo der Versicherer sehr spezifische Kenntnisse über einen Sachverhalt braucht", sagte er dem Magazin. Dazu gehörten etwa Spezialbereiche in der Berufshaftpflicht oder eine Versicherung gegen Computerviren.

Gleichlautend äußerte sich Rückversicherungsvorstand Torsten Jeworrek gegenüber der Tageszeitung "Die Welt" (Sonnabendausgabe). Weil im klassischen Kerngeschäft der Münchener Rück der Wettbewerb auf Preise und Margen drückt, setzt Jeworrek auf ganz neue Versicherungsideen und dringt damit in die Domäne von Erstversicherern wie Allianz Börsen-Chart zeigen oder HDI vor.

Neue Versicherungsideen sollen Erstversicherer stärken

So will die Münchener Rück Börsen-Chart zeigen ab Ende 2007 die Betreiber von Sonnen- oder Windkraftanlagen gegen ungünstiges Wetter absichern: Wenn Sonne oder Wind ausbleiben, springt die Versicherung ein. "Unsere Meteorologen können nicht nur Hurrikan -Wahrscheinlichkeiten berechnen, sondern auch die zu erwartende Sonnenintensität für eine spanische Solarfarm", sagte der Vorstand.

Einer Fusion mit einem anderen Rückversicherer erteilte Bomhard eine Absage. Zu Spekulationen, die Münchener Rück interessiere sich für einen Einstieg beim chinesischen Rückversicherer China Re, sagte er: "Diese Gerüchte sind definitiv falsch." Zusätzliche Größe schaffe nicht automatisch mehr Wert. "Das ist auch der Grund, warum wir uns nur in sehr begrenztem Umfang vorstellen können, dass wir bei der Konsolidierung der Rückversicherungsbranche eine entscheidende Rolle spielen werden."

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa

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