Volkswagen Winterkorn kündigt Rekord an

Volkswagen wird in diesem Jahr die Marke von sechs Millionen produzierter Autos erstmals übertreffen. Das kündigt Konzern-Chef Martin Winterkorn an. Zugleich erwägt der Konzern, ein Werk auf dem hart umkämpften Markt in den USA zu bauen.

München - Der Autobauer Volkswagen  will 2007 einen Rekord bei der Fahrzeugproduktion aufstellen. VW-Chef Martin Winterkorn sagte dem Nachrichtenmagazin "Focus" laut Vorabbericht: "Wir werden in diesem Jahr erstmals die Marke von sechs Millionen produzierter Autos übertreffen. Das ist ein riesiger Erfolg." Im vergangenen Jahr waren es rund 5,7 Millionen Fahrzeuge.

Als Grund nannte Winterkorn die Erhöhung der Produktivität seit seinem Amtsantritt vor einem halben Jahr. Das Ziel sei eine Steigerung um 10 Prozent. "So wie es aussieht, schaffen wir das bereits in diesem Jahr", sagte er. Die Rationalisierung gelinge durch Prozessverbesserungen in den Fabriken. Dabei werde die Audi-Methode bei Volkswagen umgesetzt. "Dieses erfolgreiche System werden wir jetzt unter der Bezeichnung 'Volkswagen Weg' einführen und treiben es mit großer Geschwindigkeit voran", sagte der ehemalige Audi-Chef.

Möglicherweise baut Europas größter Autobauer bald seine erste Fabrik in den USA, signalisierte Winterkorn zugleich. "Wenn der Dollarkurs auf jetzigem Niveau bleibt, muss man sehr wohl über ein Werk in Nordamerika nachdenken." Auf jeden Fall solle bald neben Detroit ein zweiter Verwaltungsstandort aufgebaut werden, um näher an die Kunden heranzukommen.

VW verliert seit Jahren viel Geld auf dem hart umkämpften US-Markt und hat vergangene Woche mit Stefan Jacoby einen neuen USA-Chef ernannt. "In Amerika sind wir in der Tat weit weg von dem, wo wir hinwollen. Das war bis jetzt eine offene Flanke des Konzerns", sagte Winterkorn.

"Gutes Verhältnis" zu Vorgänger Pischetsrieder

Zu seinem Verhältnis zu Vorgänger Bernd Pischetsrieder sagte Winterkorn: "Ich habe ihn damals als meinen Chef akzeptiert, und er tut das jetzt unter umgekehrten Vorzeichen auch. Wir hatten und haben immer ein gutes Verhältnis, das durch die Ereignisse des vergangenen Jahres nicht getrübt wurde."

Es habe nie einen Machtkampf zwischen Pischetsrieder und ihm gegeben, sagte Winterkorn. Pischetsrieder habe den Auftrag bekommen, bestimmte Aufgaben für den Vorstand zu erledigen. "Wir treffen uns etwa alle vier Wochen. Seien Sie sicher: Er tut was für sein Geld", versicherte Winterkorn.

manager-magazin.de mit Material von ddp und dpa