Arbeitsmarkt Kombilöhne beschlossen

Der Aufschwung am Arbeitsmarkt soll auch Langzeitarbeitslose und Jugendliche ohne Ausbildung erreichen. Auf Firmen, die schwer Vermittelbare einstellen, warten neue Subventionen. Bis zu 75 Prozent der Lohnkosten soll der Staat nach dem Willen des Bundestags in Zukunft zuschießen.

Berlin - Die Beschäftigungschancen schwer vermittelbarer Langzeitarbeitsloser sollen nach dem Willen des Bundestags verbessert werden. Mit den Stimmen von Union und SPD verabschiedete das Parlament am Freitag in Berlin zwei entsprechende Gesetzentwürfe der Großen Koalition. Dagegen stimmten die Linke und die Grünen. Die Liberalen enthielten sich.

Danach sollen jene Betriebe einen "Qualifizierungszuschuss" erhalten, die einen Arbeitslosengeld-II-Empfänger unter 25 Jahren und ohne Berufsabschluss einstellen. Voraussetzung ist, dass die Betroffenen mindestens sechs Monate arbeitslos waren und während der geförderten Beschäftigung betrieblich qualifiziert werden.

Dazu sollen die Arbeitgeber maximal ein Jahr lang 50 Prozent des Arbeitsentgelts erhalten, wobei mindestens 15 Prozentpunkte für die Qualifizierung des entsprechenden Mitarbeiters zu verwenden sind. Einen "Eingliederungszuschuss" sollen zudem Unternehmen erhalten, wenn sie Betroffene einstellen, die zuvor trotz eines Berufsabschlusses mindestens ein halbes Jahr arbeitslos waren.

Mit dem zweiten Gesetz sollen Langzeitarbeitslose über 18 Jahren gefördert werden. Arbeitgeber können danach mit einem Lohnkostenzuschuss von bis zu 75 Prozent rechnen, wenn sie Betroffene mit "mehrfachen Vermittlungshemmnissen" wie beispielsweise fehlende schulische oder berufliche Qualifikation oder gesundheitliche Einschränkungen einstellen. Soweit erforderlich, sollen die Betroffenen zudem psychosoziale Hilfen erhalten, beispielsweise eine Schuldnerberatung.

Der Bundesrat wird sich voraussichtlich im September mit den beiden Vorlagen befassen. Die zwei Gesetze bedürfen allerdings nicht der Zustimmung der Länderkammer.

manager-magazin.de mit Material von ddp

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.