Autoabsatz Pessimistische Produzenten

Die deutsche Automobilindustrie senkt ihre Erwartungen an das Jahr. Das ist bereits das zweite Mal in diesem Jahr. Angeblich leidet der deutsche Automarkt vor allem unter der höheren Mehrwertsteuer sowie der schwelenden Debatte um den Klimaschutz.

Frankfurt am Main - Die deutsche Autoindustrie hat nach einem schwachen ersten Halbjahr ihre Absatzerwartungen für 2007 gesenkt. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) rechnet nach Angaben vom Dienstag mit 3,2 Millionen Neuzulassungen - und schraubte damit zum zweiten Mal in diesem Jahr die Prognose nach unten.

Vor allem die höhere Mehrwehrsteuer und die Debatte um den Klimaschutz bremsten den Automarkt. Ursprünglich war der VDA von 3,4 Millionen Autos ausgegangen, zuletzt von 3,3 Millionen. 2006 waren es 3,47 Millionen Wagen. Im ersten Halbjahr sank die Zahl der Neuzulassungen im Vergleich zum Vorjahr um 9 Prozent auf rund 1,58 Millionen Wagen.

Im Juni blieb die Zahl der Neuzulassungen abermals hinter dem Vorjahresmonat zurück und sank um 7 Prozent auf 301.000 Autos. Dabei behaupteten sich die deutschen Hersteller erneut besser als die ausländischen Marken. "Die deutschen Hersteller haben sich auf dem hart umkämpften Inlandsmarkt besser geschlagen als die Wettbewerber", sagte der neue VDA-Chef Matthias Wissmann. Während die deutschen Marken mit 210.000 Neuzulassungen im Juni nur 5 Prozent an Absatz einbüßten, ging der Absatz ausländischer Hersteller um 10 Prozent auf 91.000 zurück. Der Marktanteil der deutschen Hersteller stieg im ersten Halbjahr auf nahezu 70 Prozent.

Zulegen konnte dagegen erneut der Export, der um 17 Prozent auf 377.600 Autos stieg. Die Produktion legte getrieben durch den Export um 10 Prozent auf 511.900 Fahrzeuge zu. Für das Gesamtjahr geht der Verband von einer Inlandsproduktion von 5,6 Millionen Pkw aus, von denen 4,2 Millionen in den Export gehen dürften.

"Der Export gleicht die Inlandsschwäche mehr als aus", sagte Wissmann. "Für jedes Auto weniger im Inland haben wir zwei mehr im Export." Die Kapazitäten der deutschen Autobauer seien trotz der Schwäche des Inlandsmarktes voll ausgelastet.

Auch im Inland habe sich der Auftragseingang im Juni erstmals seit Oktober 2006 stabilisiert, sagte Wissmann weiter. "Das könnte ein Silberstreif am Horizont sein. Es besteht durchaus die Chance, dass jetzt die Talsohle erreicht ist und die Faktoren, welche die Nachfrage gebremst haben, langsam abklingen. Das gibt Perspektive für die Zulassungen im Jahr 2008.

manager-magazin.de Material von dpa

Mehr lesen über