Großbritannien Höchste Alarmstufe

In Großbritannien herrscht weiterhin höchste Terrorwarnstufe. Nach einem Brandanschlag auf den Flughafen Glasgow und zwei verhinderten Anschlägen mit Autobomben in London befürchteten die britischen Behörden eine neue Welle des Terrors.

London - Zwei Jahre nach den Bombenanschlägen in der Londoner U-Bahn und einem Bus mit insgesamt 52 Toten gilt in Großbritannien wieder die höchste Warnstufe. Die Polizei bestätigte, dass eine Verbindung zwischen dem Terroranschlag auf den schottischen Flughafen in Glasgow und den vereitelten Anschlägen in London besteht.

In Cheshire im Nordwesten des Landes gingen den Anti-Terror-Fahndern zwei Verdächtige ins Netz. Insgesamt wurden bereits fünf Personen festgenommen. Unter ihnen sind die beiden Männer, die am Samstag versucht hatten, mit ihrem mit Brandsätzen bestückten Geländewagen in das Airportgebäude von Glasgow zu rasen. Eine weitere Person wurde in Liverpool festgenommen. Sie wurden zum Verhör nach London gebracht.

Schon zuvor hieß es, im Stadtzentrum Liverpools sei es nach Augenzeugenberichten zu Sperrungen und Evakuierungen gekommen, weil ein Paket in der Nähe eines Hotels untersucht wurde. In Glasgow hat die Polizei am Sonntag mehrere Häuser in der Nähe des Airports durchsucht.

Premierminister Gordon Brown rief die Briten zu Wachsamkeit auf. "Wir haben es mit einer lang andauernden Bedrohung zu tun, die nicht in den nächsten Wochen oder Monaten verschwinden wird", sagte Brown. Am späten Samstagabend wurde nach Glasgow auch der John-Lennon-Airport in Liverpool bis auf weiteres komplett gesperrt, nachdem die Polizei dort ein verdächtiges Fahrzeug entdeckt hatte.

Die höchste Terrorwarnstufe - "kritisch" - bedeutet, dass die Sicherheitskräfte und alle Behörden des Landes jederzeit mit unmittelbar drohenden terroristischen Angriffen zu rechnen und sich darauf einzustellen haben. So wurden die Sicherheitsvorkehrungen in London weiter verstärkt. Zusätzliche Polizeistreifen sollen Sehenswürdigkeiten und Wahrzeichen der Metropole sowie die wichtigsten Bahnhöfe und die Flughäfen bewachen.

Besonderen Schutz erhielten zudem auch die Großereignisse wie das Tennis-Turnier in Wimbledon und das Gedenkkonzert für die vor zehn Jahren gestorbene Prinzessin Diana. Zu der von Dianas Söhnen, den Prinzen William und Harry, organisierten Veranstaltung mit zahlreichen Pop- und Rockstars im neuen Wembley-Stadion strömten am Nachmittag zehntausende Fans. Rings um das Stadion seien 450 Polizisten im Einsatz, erklärte ein Sprecher von Scotland Yard.

Verbindung zwischen Glasgow und London

Bei dem Anschlag in Glasgow hatten die Täter ihr Ziel weitgehend verfehlt. Es gelang ihnen nicht, mit dem brennenden Wagen in die Terminalhalle vorzudringen, in der sich zahlreiche Passagiere aufhielten. Bei dem Zwischenfall am Flughafen wurden insgesamt sechs Menschen verletzt. Vor dem Terminal stürzten sich Passanten auf die beiden Insassen des Jeeps und hinderten diese an der Flucht.

Die Polizei nahm die beiden Männer fest. Einer von ihnen erlitt Brandwunden und wurde in ein Krankenhaus gebracht. Vor dem Gebäude sprengte die Polizei am Sonntag mittlerweile ein verdächtiges Auto. Es habe sich um eine kontrollierte Explosion gehandelt, hieß es.

Am frühen Sonntagmorgen berichtete die Polizei von zwei weiteren Festnahmen. Zwei Verdächtige seien in Cheshire im Nordwesten des Landes von Antiterror-Beamten festgenommen worden, teilte die Polizei in London mit. Die Beiden stünden "im Zusammenhang mit den Ereignissen in London und Schottland". Ein Augenzeuge berichtete der BBC, dass die Festnahmen auf der Autobahn in Cheshire erfolgt seien.

Am Sonntag brachte die Polizei in Glasgow ein verdächtiges Fahrzeug kontrolliert zur Explosion. Es stand vor dem Krankenhaus, in dem einer der fünf festgenommenen Verdächtigen behandelt wird

Am Freitag hatte die Polizei in London zwei Autobomben aus Benzin, Gasflaschen und Nägeln in der Innenstadt gerade noch rechtzeitig entschärft. Die Bomben waren eher zufällig entdeckt worden. Die Explosionen hätten möglicherweise hunderte Menschen verletzt oder getötet.

Die Anschläge wurden zwei Jahre nach den Rucksackbombenattentaten in der Londoner U-Bahn und einem Bus geplant, bei denen vier Selbstmordattentäter 52 Menschen getötet hatten. Nach Presseberichten hatten islamistische Kreise nur Stunden vor der Entdeckung der ersten Autobombe im Internet einen Anschlag in London angekündigt.

manager-magazin.de mit Material von dpa