Ranking Deutschland bei Investoren auf Platz vier

Infrastruktur und Know-how bei den Arbeitnehmern sind die beiden höchsten Trümpfe, die Deutschland als Investitionsstandort ausspielt. Das ergab ein Ranking der Unternehmensberatung Ernst & Young.

Frankfurt am Main/La Baule - Der Wirtschaftsstandort Deutschland bleibt aus Sicht internationaler Unternehmen trotz einiger Schwächen das attraktivste Investitionsziel in Europa. Unter den zehn beliebtesten Standorten weltweit belegt Deutschland in einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage der Unternehmensberatung Ernst & Young den vierten Platz hinter China, den USA und Indien. Allerdings liegt Deutschland real bei den Investitionen und der Schaffung von Arbeitsplätzen im Europavergleich noch weit hinter Großbritannien und Frankreich.

An Deutschland lobten die 809 in diesem Februar und März befragten Manager vor allem die Infrastruktur und die gut ausgebildeten Arbeitnehmer. Als Schwächen des Standortes führten sie ein unflexibles Arbeitsrecht, hohe Arbeitskosten und die Unternehmensbesteuerung an. "Deutschland hat nach wie vor bei den Arbeitskosten international einen Wettbewerbsnachteil", sagte Ernst & Young-Partner Peter Englisch in Frankfurt. Er betonte jedoch: "Billig ist nicht automatisch gut - das wissen die Investoren."

Westeuropa attraktivster Standort

Insgesamt bleibt Westeuropa laut der Studie, die auch bei der Weltinvestmentkonferenz in La Baule (Westfrankreich) thematisiert wurde, weltweit der attraktivste Investitionsstandort vor China sowie Mittel- und Osteuropa. 55 Prozent der Befragten nennen Westeuropa als eines der drei Hauptziele künftiger Investitionen. Das sind zwar 13 Prozentpunkte weniger als 2006. Westeuropa hält damit aber das aufstrebende China (48) noch auf Abstand.

Bei den konkreten Investitionen 2006 in Europa liegen Großbritannien (686 Projekte) und Frankreich (565) weit vor Deutschland (286). Allerdings legten die Investitionen in Großbritannien binnen Jahresfrist nur um 22,7 Prozent und in Frankreich um 5,0 Prozent zu, während es in Deutschland ein Plus von mehr als 57 Prozent gab.

Schlechter sieht es für Deutschland bei den damit geschaffenen Arbeitsplätzen aus: Dabei kommt Polen mit 31.115 an erster Stelle vor Großbritannien (27.481) und Frankreich (20.509). Deutschland liegt mit 9.893 noch hinter Tschechien, Rumänien, der Slowakei, Ungarn und Spanien an neunter Stelle knapp vor Portugal. Die Investitionen in Europa kommen vor allem aus den USA (28 Prozent), Deutschland (12,7) und Großbritannien (6,8).

manager-magazin.de mit Material von dpa

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