Siemens Korruptionsermittler Noa geht

Der ehemalige Oberstaatsanwalt Daniel Noa war erst im Januar angetreten, um das Korruptionsnetz bei Siemens freizulegen. Nun trennt sich der Konzern überraschend von dem ehemals hochgelobten Chefermittler und sucht einen international erfahrenen Fachmann.

München - Der Siemens-Konzern trennt sich von dem Chef seiner Anti-Korruptionsabteilung, Daniel Noa. Das hat der Siemens-Konzern inzwischen offiziell bestätigt. Noa gebe bereits zum 1. Juli seine Funktion als Chief Compliance Officer ab, werde Siemens  aber noch bis Ende 2008 beratend zur Verfügung stehen. Bis zur Regelung der Nachfolge werde der Leiter der Rechtsabteilung, Paul Hobeck, die Aufgabe wahrnehmen.

Die "Süddeutsche Zeitung" hatte zuvor in ihrer Onlineausgabe berichtet, der erst Anfang Januar engagierte Stuttgarter Oberstaatsanwalt scheide wieder aus. Siemens  will dem Bericht zufolge nun nach einem "international erfahrenen Experten" zur Korruptionsbekämpfung Ausschau halten. Aus Kreisen hieß es, dass die Englischkenntnisse Noas den komplizierten, internationalen Fachgesprächen vielfach nicht standgehalten hätten.

An der Auswahl von Noas Nachfolger soll sich auch der neue Siemens-Chef Peter Löscher beteiligen, der als Vorbild bei der Korruptionsbekämpfung seinen früheren Arbeitgeber General Electric sehe.

Noa, der über langjährige Erfahrungen in der Ermittlung von Wirtschaftskriminalität verfügt, war vom damaligen Siemens-Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer berufen worden. Pierer hatte damals mit dem Land Baden-Württemberg vereinbart, dass Noa vom Staatsdienst freigestellt wird, aber ein Rückkehrrecht besitzt.

manager-magazin.de mit Material von ap

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