Erdgas Pipeline unter dem Schwarzen Meer

Der italienische Energieversorger ENI und das russische Unternehmen Gasprom wollen eine Gasleitung zwischen Europa und Russland bauen. Die Pipeline soll Gas im großen Stil vor allem nach Südeuropa bringen.

Rom/Moskau - Die Pipeline "South Stream" mit einer Länge von 900 Kilometern solle teils unter dem Schwarzen Meer verlaufen, sagte Eni-Chef Paolo Scaroni auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Gazprom-Vizechef Alexander Medwedew.

Die Leitung werde von Bulgarien aus einen Strang nach Österreich und Slowenien sowie einen zweiten nach Süditalien haben. Energieminister Viktor Christenko sagte, auch Griechenland und Bulgarien könnten versorgt werden.

Über das Finanzvolumen des Projekts und darüber, welche Firma welche Anteile halten soll, wurden keine Angaben gemacht. Derzeit werde eine Machbarkeitsstudie von der italienischen Saipem erstellt. Eni hat vor einiger Zeit Gasreserven in Russland ersteigert, die über die neue Pipeline nach Europa verkauft werden könnten.

Saipem baut auch die Pipeline "Blue Stream" von Russland in die Türkei, ebenfalls ein Projekt von Gazprom und Eni. Gazprom hatte jüngst erwogen, diese Pipeline nach Südeuropa und Israel auszubauen. Das aber birgt Konfliktpotential mit dem neuen Projekt. Sollte "South Stream" kommen, würde sich Gazprom allerdings nicht an dem Pipeline-Projekt "Nabuco" mit einem Volumen von 4,6 Milliarden Euro beteiligen.

"Nabuco" wird von Österreich voran getrieben und soll Gas aus dem Kaspischen Meer und dem Nahen Osten über die Türkei und den Balkan nach Europa bringen.

manager-magazin.de mit Material von reuters