Toyota "Mit einer Tankfüllung um die Welt"

Autos, die Unfälle verhüten, kaum Benzin verbrauchen und die Luft reinigen - das ist die Vision von Katsuaki Watanabe. Im Interview sagt der Toyota-Chef, wie der Autobauer sein rasantes Wachstum bewältigen will - und warum den Japanern eine Kulturrevolution ins Haus steht.
Von Lothar Kuhn

Hamburg - "Weltmarktführer sein heißt für mich nicht, die meisten Autos pro Jahr zu bauen, sondern der weltweit Beste zu sein, was dauerhafte Qualität angeht", sagt Toyota-Chef Katsuaki Watanabe im Interview mit dem Harvard Businessmanager , das in der aktuellen Ausgabe 07/2007 zu lesen ist.

Die Vereinbarkeit von rasantem Wachstum und hoher Qualität ist die zentrale Herausforderung für den japanischen Autohersteller. Dabei bringt die Expansion auch Personalprobleme mit sich. So hat sich Toyota  von seinem erfolgreichen System der Mutterfirmen verabschiedet. Dabei übernahm ein japanisches Werk die Verantwortung für die Ausbildung der Angestellten einer ausländischen Produktionsstätte.

Heute arbeitet Toyota mit sogenannten Koordinatoren, die aus Japan ins Ausland entsandt werden. Da die Zahl der japanischen Koordinatoren aber angesichts des rasanten Wachstums nicht mehr ausreicht, steht der Autobauer vor einer Kulturrevolution. Watanabe: "Wir werden das erste Mal Ausländer einsetzen, um andere nicht japanische Angestellte anzulernen."

Für den Automobilbau hat Watanabe eine gewagte Vision. Die Fahrzeuge sollten die Luft nicht verschmutzen, sondern reinigen, Unfälle automatisch verhüten und dennoch bei ihren Besitzern Emotionen hervorrufen. Vielleicht vor allem wegen ihrer Sparsamkeit. Watanabe: "Ein Auto, das in der Lage ist, mit einer Tankfüllung um die ganze Welt zu fahren; das ist es, wovon ich träume."