Norwegen Angst vor Ausländern

Der norwegische Staat hat 30 Prozent der Firmenanteile des norwegischen Industriekonzerns Aker Kvaerner gekauft - gezwungenermaßen. Nur mit dieser großen Beteiligung könne die Firma vor ausländischen Aufkäufern geschützt werden, glauben die Norweger.

Oslo - Wie Wirtschaftsminister Dag Terje Andersen heute mitteilte, erhält der bisherige Aker-Kvaerner-Haupteigner Kjell Inge Rokke aus Norwegens Staatskasse 4,8 Milliarden norwegische Kronen für seinen 30-Prozent-Anteil an Aker Kvaerner; das sind umgerechnet 600 Millionen Euro. Weitere 7,5 Prozent gehen an den schwedischen Rüstungs- und Maschinenbau-Konzern Saab und 2,5 Prozent an die Wallenberg-Finanzgesellschaft Investor.

Das Unternehmen gilt mit seinen 21.000 Beschäftigten als einer der weltweit größten Anlagenbauer für die Öl- und Gasförderung auf See.

Mit dem Einstieg des Staates solle gesichert werden, dass Aker Kvaerner über mindestens zehn Jahre unter norwegischer Kontrolle verbleibe, sagte Norwegens Außenminister Andersen. Denn Rokke hatte im Frühjahr schon seine Mehrheitsbeteiligung an Europas größtem Werftkonzern Aker Yards an internationale Investoren verkauft.

Beobachter in Oslo erklärten übereinstimmend, dass die norwegische Regierung mit ihrem Einstieg vor allem einen ähnlichen Schritt bei dem für die hemische Offshore- Industrie wichtigen Konzern Aker Kvaerner verhindern wollte.

Neben den 30 Prozent Anteilen für die öffentliche Hand gehen 7,5 Prozent an den schwedischen Rüstungs- und Maschinenbau-Konzern Saab und 2,5 Prozent an die Wallenberg-Finanzgesellschaft Investor.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx