Sparkassen Keine Fusion von LBB und Dekabank

Die Sparkassen haben nach dem Erwerb der Landesbank Berlin (LBB) Spekulationen über einen Zusammenschluss mit der öffentlich-rechtlichen Dekabank eine Absage erteilt. Sparkassen-Präsident Heinrich Hassis schließt dagegen Fusionen unter Landesbanken nicht aus.

Frankfurt am Main - Eine Fusion beider Häuser sei nicht beabsichtigt, sagte Sparkassen-Präsident Heinrich Hassis in einem Interview der "Börsen-Zeitung" (Freitagausgabe). Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) habe nicht vor, an der Trägerstruktur der Deka zu rütteln. Diese gehört aktuell jeweils zur Hälfte den Sparkassen und den Landesbanken.

Da auch einige Landesbanken Fondsgeschäft betreiben, ist vielen Sparkassen die Landesbanken-Beteiligung an der Deka ein Dorn im Auge. Einige Sparkassenvertreter hatten daher einen Kauf der Landesbanken-Anteile durch die Sparkassen ins Spiel gebracht.

Der DSGV hatte vergangene Woche nach einem monatelangen Bieterverfahren für mehr als 5,3 Milliarden Euro den Zuschlag für die LBB erhalten und so ein Eindringen privater Investoren ins öffentlich-rechtliche Lager abgewehrt. In der Folge war spekuliert worden, die Sparkassen könnten LBB und Deka bündeln.

Haasis schloss nicht aus, dass durch die LBB-Übernahme nun Fusionen unter den noch verbliebenen unabhängigen Landesbanken vorangetrieben werden. "Wir haben jetzt eine Situation, die zu einer stärkeren Landesbanken-Konsolidierung führen könnte", sagte er.

Zugleich kündigte er an, auch nach dem LBB-Kauf werde es im Sparkassen-Lager "keine bundesweite Sparkassen-Direktbank geben". Die kürzlich von der LBB erworbene NetBank biete aber die strategische Möglichkeit, künftig mit einer Zweitmarke aufzutreten. "Das werden wir prüfen", sagte er.

manager-magazin.de mit Material von reuters