Übernahmen 2,4 Billionen Dollar Einsatz

Rund 2,4 Billionen Dollar haben Firmenjäger im ersten Halbjahr 2007 für Fusionen und Übernahmen (M&A) ausgegeben, so viel wie nie zuvor. Für die Banken ist der M&A-Boom ein glänzendes Geschäft: Die Deutsche Bank betreute weltweit Transaktionen im Wert von mehr als 400 Milliarden Dollar.

New York - Das weltweite Geschäft mit Fusionen und Übernahmen läuft einer Studie des Datenanbieters Thomson Financial zufolge weiter auf Hochtouren. Im ersten Halbjahr 2007 lag der Wert der weltweiten Transaktionen mit insgesamt 2,39 Billionen US-Dollar 46 Prozent über dem Vorjahreswert, wie aus der Studie hervorgeht.

Dies sei der fünfte Anstieg in Folge in der ersten Jahreshälfte. Der im Vorjahr aufgestellte Rekord im M&A-Geschäft dürfte damit erneut übertroffen werden.

Zum ersten Mal seit 2003 habe Europa die USA bei Fusionen und Übernahmen übertroffen: Hier betreuten die Investmentbanken Transaktionen in einem Volumen von 983 Milliarden Dollar. Das war ein Plus von 67 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Goldman Sachs Spitzenreiter - Deutsche Bank auf Platz 9

Ihre Position als Spitzenreiter im weltweiten M&A-Markt nach dem Volumen der Geschäfte untermauerte laut Studie im ersten Halbjahr die US-Investmentbank Goldman Sachs . Das Institut ist bis dato in 224 Transaktionen im Wert von insgesamt rund 777,4 Milliarden Dollar involviert.

Es folgt Morgan Stanley , die sich von Platz vier verbesserten, mit 215 Transaktionen im Wert von 728,2 Milliarden Dollar. Die Citigroup  an dritter Stelle war bei 263 Transaktionen im Wert von 721,7 Milliarden Dollar dabei.

Die Deutsche Bank , die im Ranking von Thomson als einziges deutsches Institut unter die Top-10 kam und dort wie in der ersten Jahreshälfte 2006 Platz neun belegte, betreut weltweit 123 Transaktionen mit einem Volumen von 401,6 Milliarden Dollar.

Der M&A-Boom beschert Investmentbanken sprudelnde Einnahmen: Schätzungen zufolge nahmen die weltweit tätigen Finanzhäuser in diesem Jahr bereits 25 Milliarden Dollar an Beratungsgebühren ein.

Europa überholt USA

Auf dem europäischen Markt für Fusionen und Übernahmen (Transaktionen mit europäischer Beteiligung) verlor die größte deutsche Bank im Ranking von Thomson Financial dennoch an Boden. Nach Platz sechs im Vorjahr belegte die Deutsche Bank mit 88 Transaktionen im Wert von 256,8 Milliarden Dollar nur noch Platz neun.

Goldman Sachs  erreichte auch in Europa vom Volumen der betreuten Deals die Spitzenposition (84 Transaktionen, 398 Milliarden USD), nachdem das Institut im vergangenen Jahr noch Platz vier belegt hatte, gefolgt von der Citigroup (94 Transaktionen, 386 Milliarden USD) und UBS (121 Transaktionen, 361 Milliarden USD).

Die dicksten Deals 2007

Die dicksten Deals 2007

Die aktuell mit Abstand größte Transaktion weltweit, von der die ersten zehn gelisteten Investmentbanken alle profitieren, ist der laufende Übernahmekampf um die niederländische Bank ABN Amro . Egal ob das Konsortium um die Royal Bank of Scotland  (RBS) oder die britische Barclays  zum Zuge kommt - am Ende steht die größte Übernahme in der Bankengeschichte.

Unter den größten Transaktionen findet sich auch der Verkauf des Lebensmittelkonzerns Kraft Foods sowie die geplante Übernahme des kanadischen Aluminiumherstellers Alcan  durch den US-Rivalen Alcoa . Kürzlich machte auch der Finanzinvestor Cerberus von sich reden, als er von DaimlerChrysler  die Problemsparte Chrysler übernahm.

Deutsche Bank Marktführer in Deutschland

Auf dem deutschen Markt für Fusionen und Übernahmen ist die Deutsche Bank in der ersten Jahreshälfte klarer Spitzenreiter. Sowohl nach der Zahl der Transaktionen als auch nach deren Volumen liegt die Bank bis dato als Berater bei Transaktionen mit deutscher Beteiligung vor den Konkurrenten Rothschild und Goldman Sachs. Beigetragen haben zu diesem Ergebnis die großen Milliardendeals der vergangenen Monate.

So berät die Deutsche Bank der Studie zufolge etwa den HeidelbergCement-Großaktionär Spohn Cement bei der Übernahme des britischen Wettbewerbers Hanson . Dies ist der mit Abstand größte Deal mit deutscher Beteiligung.

Insgesamt hat die Deutsche Bank laut Thomson Financial bis dato 34 Fusionen und Übernahmen im Wert von rund 47,4 Milliarden Dollar mit deutscher Beteiligung begleitet. Die Rothschild-Berater landeten bei 23 Deals mit einem Wert von rund 42,9 Milliarden Dollar, Goldman Sachs betreute 16 Transaktionen mit einem Wert von 37,9 Milliarden Dollar.

manager-magazin.de mit dpa