Schieder Rettung gescheitert

Die Verhandlungen über einen Verkauf des insolventen Möbelriesen Schieder sind gescheitert. Nach millionenschweren Bilanzmanipulationen des früheren Managements seien die Altlasten und Risiken für die potenziellen Investoren unkalkulierbar.

Düsseldorf - Die Hoffnungen auf eine Rettung des insolventen Möbelherstellers Schieder haben sich zerschlagen. Die Verhandlungen über einen Verkauf des größten europäischen Möbelherstellers seien gescheitert, teilte Schieder am Donnerstag mit.

Für mögliche Investoren seien die Risiken und Altlasten nach den Bilanzmanipulationen unter dem alten Management nicht kalkulierbar, hieß es weiter. Nach der Holding müssten voraussichtlich auch Tochtergesellschaften in Deutschland und Polen Insolvenz anmelden.

Am Wochenende hatte Schieder noch erklärt, der Konzern hoffe auf eine Übernahme durch einen Investor. Mit der Insolvenz solle nun ein Bruch mit der Vergangenheit vollzogen werden, teilte Schieder mit. Das schaffe Rechtssicherheit für Investoren, die an Teilen der Gruppe interessiert seien.

"Es besteht die begründete Hoffnung, dass Arbeitsplätze bei Schieder in Deutschland gerettet werden können", sagte er. Investoren seien daran interessiert, Teile von Schieder aus der Insolvenz herauszukaufen.

Schieder hat europaweit rund 11.000 Beschäftigte, davon 1400 in Deutschland. Nach Angaben von Interimsgeschäftsführer Ulrich Wlecke lasten Verbindlichkeiten von 350 Millionen Euro auf dem Möbel-Riesen. Vier ehemalige Schieder-Spitzenmanager waren in Untersuchungshaft genommen worden. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, über Jahre die Bücher gefälscht und damit Kredite und Genussscheine über rund 283 Millionen Euro erschlichen zu haben.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters