Konjunktur Fast ungebremst

Die deutsche Wirtschaft wird auch 2008 fast ungebremst wachsen. Das sagt das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut - und reiht sich in die Liste der Institute ein, die ihre Konjunkturprognosen anheben.

Hamburg - Das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) hat seine Konjunkturprognose für Deutschland angehoben. Für die Jahre 2007 und 2008 erwartet es einen weitgehend ungebremsten Aufschwung. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wird in diesem Jahr ebenso wie schon 2006 um 2,8 Prozent wachsen und im kommenden Jahr um 2,5 Prozent zulegen, wie das HWWI am Donnerstag in Hamburg vorhersagte.

Im April hatte das Institut noch eine wirtschaftliche Entwicklung von 2,3 Prozent für das Jahr 2007 und 2,4 Prozent für 2008 prognostiziert. Die positive Entwicklung wirkt sich laut HWWI auch auf den Arbeitsmarkt aus. Die Zahl der Erwerbstätigen steigt demnach in diesem Jahr um etwa 500.000 und im kommenden Jahr um weitere 300.000 Personen. Die Arbeitslosenquote dürfte damit 2007 auf 8,7 Prozent und 2008 auf 7,9 Prozent zurückgehen, hieß es.

Die Konjunktur wird nach Angaben des HWWI immer stärker von der Binnennachfrage getragen. Die hohen Unternehmensgewinne, die guten Konjunkturaussichten und die immer noch relativ niedrigen langfristigen Zinsen führten zu einem Anstieg der privaten Investitionen. Auch würden staatliche Investitionen weiter deutlich ausgeweitet. Die Konsumausgaben des Staates steigen nach Einschätzung der Konjunkturforscher 2007 um 2,0 Prozent und 2008 um 1,7 Prozent.

Außerdem wachse durch die gute Konjunktur und die verbesserte Situation auf dem Arbeitsmarkt das verfügbare Privateinkommen rascher als in den vergangenen Jahren und rege den privaten Konsum an, hieß es weiter. Auch sei die Mehrwertsteuererhöhung bisher nur zu geringen Teilen weitergegeben worden. So werden die Verbraucherpreise in diesem Jahr laut Prognose nur um 1,8 Prozent zunehmen und im nächsten Jahr um 1,5 Prozent. Für 2007 ermittelte das HWWI einen Anstieg der privaten Konsumausgaben um 0,5 Prozent und für 2008 um sogar 1,8 Prozent.

Vergangene Wochen hatten bereits das Kieler Institut für Weltwirtschaft und das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung ihre Prognosen angehoben.

manager-magazin.de mit Material von ap

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