Airbus/Boeing Kampf bis auf die Messe

Auf der Flugmesse im französischen Le Bourget kann Airbus gegen den Konkurrenten Boeing offensichtlich Terrain gutmachen. Zumindest vermeldet der europäische Flugzeugbauer etliche neue Bestellungen.

Le Bourget - Der europäische Flugzeughersteller Airbus macht im Wettbewerb um Aufträge gegenüber Erzrivalen Boeing  weiter Boden gut. Auch am dritten Tag der Branchenmesse im französischen Le Bourget gab Airbus eine Vielzahl von neuen Orders bekannt. Der Konzern sammelte Bestellungen über 95 Flugzeuge im Wert von insgesamt 16 Milliarden Dollar ein. Erzrivale Boeing dagegen berichtete am Mittwoch zunächst lediglich von Aufträgen für 15 Flugzeuge im Wert von 2,7 Milliarden Dollar.

Somit summieren sich die Orders von Airbus auf der weltweit wichtigsten Branchenschau bislang auf fast 500 Maschinen. Das sind fast fünf Mal so viele, wie der US-Konkurrent vorweisen kann. Als einer der größten Airbus-Kunden erwies sich erneut die stark expandierende indische Fluggesellschaft Kingfisher , die eine Absichtserklärung zum Kauf von 50 Flugzeugen im Wert von über sieben Milliarden Dollar unterzeichnete.

Aufgrund der großen Order und des anhaltend hohen Bedarfs an Flugzeugen für den wachsenden indischen Markt brachte sich Indien als ein möglicher weiterer Standort für eine Endmontagelinie ins Gespräch. "Ich würde das begrüßen", sagte der indische Minister für die Verkehrsluftfahrt, Praful Patel. Um den chinesischen Bedarf an Airbus-Flugzeugen decken zu können, hat Airbus kürzlich mit dem Bau eines Werkes in China begonnen.

Kingfisher, die russische Aeroflot sowie die libanesische Fluggesellschaft Afriqiyah orderten auch das neueste Airbus-Modell A350 XWB. Auf Druck der Kunden hatte Airbus das Langstreckenflugzeug komplett überarbeitet. Die Kunden mussten erst für die neue Version begeistert werden. ILFC, eine der größten Leasinggesellschaften, ist allerdings nach wie vor nicht überzeugt von dem Modell und führt darüber Gespräche mit Airbus.

ILFC hat 16 alte A350 geordert, die Bestellung aber noch nicht in eine für die neue Version mit extra breitem Rumpf umgewandelt. "Wir werden uns irgendwann mit Airbus einigen", sagte ILFC-Manager John Plueger. Da das Flugzeug aber nicht vor 2013 ausgeliefert werden soll, bestehe keine Eile. Für den für Airbus ebenfalls sehr wichtigen Großraumjet A380 erhielt der Flugzeugbauer keine zusätzlichen Orders.

Verkaufschef John Leahy zufolge sind auch im weiteren Verlauf der Flugschau keine mehr zu erwarten. Etihad Airways erklärte, sich mit Airbus auf eine Verschiebung der Auslieferung von vier A380 auf 2013 geeinigt zu haben. Dann sei Etihad besser auf den Einsatz des doppelstöckigen Flugzeugs eingestellt. Etihad bestellte insgesamt zwölf weitere Großraumflugzeuge der Modelle A330 und A340.

manager-magazin.de mit Material von reuters