Rewe Spielraum erhöht

Der Handelskonzern Rewe sichert sich einen Kredit über zwei Milliarden Euro und erweitert so seinen Spielraum. Derweil überprüft das Bundeskartellamt die Übernahme von Baumärkten der Edeka-Tochter Marktkauf durch die Rewe-Tochter Toom.

Düsseldorf - Der Handelsriese Rewe hat sich einen Konsortialkredit über zwei Milliarden Euro gesichert, mit dem sich der Konzern zusätzliche finanzielle Spielräume für die Eröffnung neuer Läden und Zukäufe eröffnet. An der Transaktion seien 28 Banken aus elf Ländern beteiligt, teilte Rewe am Mittwoch in Köln mit.

Der Finanzrahmen habe eine Laufzeit von sieben Jahren. Rewe-Chef Alain Caparros hatte die Eröffnung von europaweit bis zu 1100 neuen Rewe-, Penny- und Billa-Märkten angekündigt. Rewe hatte den Umsatz nach eigenen Angaben im ersten Quartal 2007 auf vergleichbarer Basis um mehr als vier Prozent gesteigert. Im Gesamtjahr soll der Umsatz um drei Prozent zulegen.

In der Zwischenzeit wirft das Bundeskartellamt einen Blick auf die Übernahme von 133 Baumärkten des Handelshauses Marktkauf durch die Rewe-Tochter Toom. Das Amt hat eine genaue Prüfung der Übernahme eingeleitet. Die Kartellwächter hätten wettbewerbsrechtliche Bedenken, sagte eine Sprecherin der Behörde am Mittwoch. Ein Sprecher der Toom-Mutter Rewe zeigte sich wenig überrascht. Der Konzern habe damit gerechnet, dass die Behörde die Übernahme genau unter die Lupe nehmen würde.

Auch der Kauf der Kette Max Bahr durch den Konkurrenten Praktiker  sei durch eine monatelange Prüfung gegangen. Rewe sei weiter optimistisch, dass die Transaktion von den Kartellwächtern letztlich gebilligt wird. Toom will mit der Übernahme des Rivalen Marktkauf zur Nummer drei in Deutschland aufrücken und den Umsatz auf gut zwei Milliarden Euro steigern. Nur Obi (Tengelmann) und die börsennotierte Kette Praktiker erlösen in Deutschland mehr mit Heimwerkerartikeln.

Die Kartellwächter dürften bei ihrer Untersuchung vor allem nach regionalen Überschneidungen im Geschäft der beiden Handelsketten Ausschau halten. Stoßen sie dabei auf Vormachtstellungen, durch die Wettbewerber aus dem Markt gedrängt werden könnten, können sie die Firmen etwa zur Abgabe einzelner Märkte zwingen. Bei der Max-Bahr-Übernahme hatte sich Praktiker von mehreren Märkten trennen müssen.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters