Rewe Milliardenschwerer Übernahmekitzel

Die Handelsgruppe Rewe wird gleich von zwei Seiten in Versuchung geführt. Finanzinvestoren wollen den Genossenkonzern nach Informationen von manager magazin übernehmen und verwerten. KarstadtQuelle zeigt Interesse an Rewes Touristiksparte.

Hamburg - Der in Köln ansässige genossenschaftliche Handelskonzern Rewe mit 43 Milliarden Euro Umsatz und den Marken Penny, Deutsches Reisebüro und ITS-Reisen im Portfolio wird von Finanzinvestoren und der Konkurrenz bedrängt. Wie das manager magazin in seiner neuen Ausgabe berichtet, die ab Freitag (22. Juni) am Kiosk erhältlich ist, hat die US-amerikanische Private-Equity-Firma KKR  dem Rewe-Vorstand Ende Mai ihre Übernahmepläne unterbreitet.

Demnach wolle KKR die Nicht-Kernaktivitäten wie etwa die österreichische Kette Billa oder die Rewe-Touristik erwerben und verwerten. Der Rewe-Großhandel, bei dem sich die 3000 selbstständigen Rewe-Kaufleute eindecken, solle künftig von einem anderen Unternehmen betrieben werden. KKR stellte den Rewe-Genossen einen Kaufpreis von mehreren Milliarden Euro in Aussicht. Der Rewe-Vorstand lehnte den Vorschlag zunächst ab.

Der KarstadtQuelle-Konzern (Kurswerte anzeigen) hat laut manager magazin der Rewe unterdessen angeboten, den Touristikbereich mit dem Deutschen Reisebüro und ITS zu übernehmen, um ihn in seine eigene Reisesparte, die künftige Thomas Cook plc, zu integrieren. Auch diese Offerte verwarf der Rewe-Vorstand.

Zudem interessiert sich manager magazin zufolge der Einzelhandelsexperte und Finanzinvestor Clemens Vedder ("Goldsmith Investments") für Rewe. Er verfolgt ähnliche Pläne wie KKR, hält aber nur ein Unternehmen für geeignet, den Großhandel fortzuführen und damit den selbstständigen Rewe-Einzelhändlern "eine Heimat" zu bieten, so Vedder: den Hamburger Konkurrenten Edeka.

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