Millionenzukauf Adecco übernimmt Tuja

Der Personaldienstleister Adecco übernimmt für rund 800 Millionen Euro den Ingolstädter Konkurrenten Tuja. Mit dem Zukauf schließen die Schweizer auf dem Wachstumsmarkt Deutschland zum lokalen Marktführer Randstad auf.

Zürich - Der weltgrösste Personaldienstleister Adecco  schließt mit einem erneuten Zukauf in Deutschland zum lokalen Marktführer Randstad auf. Der Schweizer Konzern übernimmt für rund 800 Millionen Euro (rund 1,3 Milliarden Franken) die Tuja Gruppe mit einem Umsatz von rund 650 Millionen Euro und einem operativen Gewinn (Ebita) von rund 63 Millionen Euro. Tuja ist Nummer fünf im schnell wachsenden deutschen Markt.

Zwar ist Tuja viel kleiner als Adecco, die 2006 einen Umsatz von 20,4 Milliarden Euro erwirtschaftete. Doch die Ingolstädter Firma wächst schneller und ist profitabler als Adecco. Der Gewinn je Adecco-Aktie dürfte nach weiteren Angaben vom Montag bereits im ersten Jahr der Konsolidierung steigen. Im Übernahmepreis sind auch 200 Millionen Euro Schulden eingeschlossen.

Gegenwärtig halten Barclays Private Equity, die Tuja ursprünglich bis 2008 an die Börse hatte bringen wollte, 91 Prozent und das Management 9 Prozent. Mit der Zustimmung der Wettbewerbsbehörden zu der Übernahme rechnet Adecco im dritten Quartal 2007. CEO Peter Jackwerth, der Tuja 1992 mitgegründet hatte, bleibt bei der Firma.

Tuja habe sich in den vergangenen Jahren auf den Facharbeitermarkt spezialisiert und verfüge zudem über besondere Expertise in der Automobilbranche, in der Luftfahrtindustrie sowie im Metall verarbeitenden Gewerbe.Mit 630 Mitarbeitern betreibe die Firma ein Netz von 127 Niederlassungen. Davon befänden sich 105 in Deutschland und jeweils elf in der Schweiz und in Österreich.

Tuja komme in Deutschland auf einen Marktanteil von 4 Prozent. Zusammen mit Adecco und der 2006 von Adecco mehrheitlich übernommenen Düsseldorfer DIS  belaufe sich der Marktanteil der Gruppe auf 13 Prozent. Dies ist gleich viel wie Randstad und deutlich mehr als die 5 Prozent des dritten globalen Anbieters Manpower.

Deutschland sei einer der weltweit am stärksten wachsenden Zeitarbeitsmärkte. Mit einem Anteil von nur 1 Prozent Zeitarbeit an der Gesamtbeschäftigtenzahl werde dieser Markt in Zukunft verstärkt von strukturellen Veränderungen wie der Deregulierung profitieren. In den kommenden acht bis zehn Jahren dürfte der Markt elf bis 14 Prozent pro Jahr zulegen. Adecco hat sich längerfristig für den gesamten Konzern ein jährliches Wachstum von mindestens sieben bis neun Prozent vorgenommen.

manager-magazin.de mit Material von reuters