Corporate Governance Abfindungen von Vorständen sollen begrenzt werden

Die Abfindungen von Spitzenmanagern bei vorzeitiger Vertragsauflösung sollen begrenzt werden. Die Cromme-Kommission für gute Unternehmensführung hat in ihrer Empfehlung eine Obergrenze festgelegt, die im Vergleich zur heutigen Abfindungspraxis bescheiden erscheint.

Frankfurt am Main - "Sehr wichtig ist uns die Anregung eines so genannten Abfindungs-Caps", sagte der Kommissionsvorsitzende Gerhard Cromme, Aufsichtsratschef bei ThyssenKrupp und Siemens. Die Begrenzung soll bei maximal zwei Jahresvergütungen bei vorzeitiger Beendigung der Vorstandstätigkeit liegen.

Darüber hinaus beschloss die Kommission "Deutscher Corporate Governance Kodex" bei ihrer Plenarsitzung weitere Änderungen des freiwilligen Regelwerks für gute Unternehmensführung. So plädiert sie dafür, in Aufsichtsräten einen Nominierungsausschuss aus Vertretern der Anteilseigner einzuführen, der die Qualifikation von Kandidaten für das Gremium überprüfen und diese vorschlagen soll.

Die Kommission beschäftigt sich nach eigenen Angaben verstärkt mit Vorstandsthemen. Sie beschloss neben neuen Anregungen und Empfehlungen auch etliche Vereinfachungen, Streichungen und Kürzungen am geltenden Kodex.

101 Anregungen für Manager

Die neue Empfehlung zur Begrenzung von Abfindungen lautet: "Beim Abschluss von Vorstandsverträgen sollte darauf geachtet werden, dass Zahlungen an ein Vorstandsmitglied bei vorzeitiger Beendigung der Vorstandstätigkeit ohne wichtigen Grund einschließlich Nebenleistungen den Wert von zwei Jahresvergütungen nicht übersteigen und nicht mehr als die Restlaufzeit des Anstellungsvertrages vergüten." Diese Grenze sollte bei einem Wechsel der Kontrolle über eine Gesellschaft für das Mitglied des Vorstandes um nicht mehr als 50 Prozent überschritten werden.

Verankert wurde darüber hinaus in der Präambel des Kodex die neue Gesellschaftsform Europäische Gesellschaft (SE). Für sie sind Anpassungen im Kodex ins Auge gefasst, wenn sich diese Gesellschaftsform in der Praxis stärker durchgesetzt hat.

Der Corporate Governance Kodex umfasst derzeit insgesamt 101 Anregungen und Empfehlungen. Die Regierungskommission hatte 2002 eine erste Aufstellung freiwilliger Verhaltensregeln vorgelegt.

manager-magazin.de mit dpa

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