Landesbank Berlin Hereinspaziert!

Die Landesbank Berlin bleibt im öffentlich-rechtlichen Lager. Das Institut wird an den Sparkassenverband DSGV verkauft, der für den Anteil von 81 Prozent mehr als fünf Milliarden Euro aufbringen muss.

Berlin - Die Entscheidung über den Verkauf der Landesbank Berlin (LBB) ist gefallen. Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) hat das Bieterrennen gewonnen. Der Preis für den Landesanteil von 81 Prozent liegt bei 4,62 Milliarden Euro, wie der Berliner Senat am Freitag bekannt gab.

Zusätzlich zu diesem Kaufpreis lösen die Sparkassen eine stille Einlage des Landes in Höhe von 723 Millionen Euro ab. Das Abgeordnetenhaus von Berlin und die Kartellbehörden müssen dem Geschäft zustimmen.

Damit verbleibt die Landesbank mit ihrer Tochter Berliner Sparkasse im öffentlich-rechtlichen Lager. Das Land Berlin musste seine 81-Prozent-Beteiligung an der LBB auf Druck der EU-Kommission bis Jahresende verkaufen. Laut Kaufvertrag werden die Sparkassen die Aktien mindestens zehn Jahre halten.

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) sagte: " Berlin bekommt einen sehr guten Kaufpreis - und Berlin weiß die Bank in guten Händen." Laut DSGV-Präsident Heinrich Haasis sei der Preis wirtschaftlich angemessen. Die Sparkassen hätten zudem gezeigt, dass sie in der Lage seien, eine aktive Rolle im deutschen Bankenmarkt einzunehmen.

Übernahmeangebot an LBB-Minderheitsaktionäre

Nach der Übernahme von 81 Prozent der LBB-Anteile will der DSGV den verbliebenen Minderheitsaktionären ein Übernahmeangebot unterbreiten. Das sagte Präsident Haasis. Details zu diesem Angebot sollen zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht werden.

Der Sparkassenverband wollte durch seine Teilnahme am Bietprozess unbedingt verhindern, dass die Berliner Sparkasse mit ihren rund zwei Millionen Kunden in die Hände eines privaten Investors fällt und damit ein Präzedenzfall für die Privatisierung von Sparkassen geschaffen wird.

Der Bietprozess war anfangs mit 19 Interessenten gestartet, am Schluss waren neben dem DSGV und der ebenfalls öffentlich-rechtlichen Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) nur noch die Commerzbank  als einzig verbliebener privater Interessent übrig. Parallel wurde auch die Option einer Zweitplatzierung der LBB an der Börse verfolgt.

Die LBB beschäftigt rund 7900 Mitarbeiter. Bei einer Bilanzsumme von 141,6 Milliarden Euro hatte die LBB-Holding 2006 einen Überschuss von 685 Millionen Euro ausgewiesen.

manager-magazin.de mit Material von dow jones, dpa

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