DaimlerChrysler Ex-Manager vor Gericht

Wegen Veruntreuung von rund 40 Millionen Euro steht seit Dienstag ein ehemaliger DaimlerChrysler-Manager vor Gericht. Der 41-Jährige soll das Geld zusammen mit seinen drei Mitangeklagten erschwindelt haben, indem er Scheinrechnungen ausstellte, für die es nie eine Gegenleistung gab.

Stuttgart - Wegen Veruntreuung von rund 40 Millionen Euro muss sich seit Dienstag ein ehemaliger Manager des Autokonzerns DaimlerChrysler  vor dem Stuttgarter Landgericht verantworten. Der früher im Controlling tätige Mitarbeiter hat laut Anklage der Staatsanwaltschaft die Firmengelder über fünf Jahre hinweg mit Scheinrechnungen von drei Beratungs- und Dienstleistungsunternehmen erschwindelt.

Die von ihm selbst beziehungsweise gemeinsam mit drei weiteren Angeklagten betriebenen Firmen lieferten die Rechnungsbeträge anschließend an ihn ab. Ende 2005 flog der Betrug auf. Bei Durchsuchungen wurden 20 Millionen Euro sichergestellt.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem entlassenen Manager und den drei wegen Beihilfe Mitangeklagten gewerbsmäßige Untreue sowie Urkundenfälschung in einer Vielzahl von Fällen vor. Zum Teil sind die den vier Beschuldigten vorgeworfenen Taten inzwischen verjährt.

Bei DaimlerChrysler sind in den vergangenen Jahren zahlreiche Fälle von Untreue, Bestechung, Schmiergeldzahlungen, Steuervergehen und persönlicher Bereicherung im In- und Ausland offenkundig geworden. Im Mittelpunkt der von der Konzernrevision und der US-Börsenaufsicht aufgedeckten Fälle stehen Mitarbeiter des Vertriebs, die sich auch unzulässiger Praktiken zur Aufbesserung des Absatzes bedient haben sollen. DaimlerChrysler hat zahlreiche hochrangige Mitarbeiter entlassen oder freigestellt. In zwei Fälle wurden Strafbefehle und Bewährungsstrafen verhängt.

manager-magazin. de mit Material von dpa und reuters