Sanierungserfolg VW wird produktiver

Bei Volkswagen zeigen die Sanierungsbemühungen Erfolge. Die Produktivität soll in diesem Jahr um gut 12 Prozent steigen, teilte der Autokonzern am Montag mit. Auch mit der Auslastung der Werke gehe es voran. Konkrete Zahlen nannte Volkswagen hier aber nicht.

Hannover - "Voraussichtlich auf 27 Fahrzeuge je Mitarbeiter werden wir es am Standort Wolfsburg 2007 bringen, im Vorjahr waren es 24", sagte Volkswagen-Personalvorstand Horst Neumann laut Mitteilung am Montag auf einer Betriebsversammlung in Wolfsburg. "Im Kehrwert dazu sind die Stunden je Fahrzeug gefallen."

Auch die Auslastung der Werke sei einen großen Schritt vorangekommen, sagte Neumann. Es gebe aber noch Herausforderungen für Volkswagen . Dies bedeute zunächst eine weitere Absatzsteigerung, aber auch eine höhere Eigenleistung statt Fremdvergabe.

Genaue Angaben zur Auslastung der Werke gab Europas größter Autokonzern am Montag nicht. Branchenkreisen zufolge soll die Auslastung der Werke europaweit bei derzeit durchschnittlich rund 90 Prozent liegen. So arbeite das VW-Stammwerk Wolfsburg nahe an der Kapazitätsgrenze. Im vergangenen Jahr noch habe die Auslastung dort nur 50 bis 60 Prozent betragen.

VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh erklärte, zwischen 2004 und 2006 sei die Produktivität im Werk Wolfsburg um 23 Prozent gestiegen. "Wenn sich die Belegschaft mächtig ins Zeug legt, dann wird es auch in den nächsten Jahren erhebliche Produktivitätssprünge geben", sagte Osterloh. Dies sei angesichts eines immer härteren Wettbewerbs und "eines gezielten Angriffs von Toyota  " insbesondere auf den europäischen Markt unbedingt notwendig, sagte Osterloh.

Der Betriebsratschef forderte zugleich eine Lösung für den Personalüberhang und erinnerte an die Tarifvereinbarung von vergangenem Jahr, nach der es für das Werk Wolfsburg ein zusätzliches Modell mit einem Volumen von 40.000 bis 45.000 Fahrzeugen pro Jahr geben soll. "Unser Stammwerk erreicht damit dann wieder eine ehrgeizige Jahreskapazität von 480.000 Fahrzeugen, und mit diesem zusätzlichen Modell werden mehr als 1100 Arbeitsplätze gesichert."

Tiguan-Pläne sorgen für Unruhe unter der Belegschaft

VW hatte sich in der Tarifvereinbarung von der Vier-Tage-Woche verabschiedet. Statt 28,8 Stunden pro Woche einigten sich Konzern und IG Metall auf einen Arbeitszeitkorridor von 25 bis 33 Stunden pro Woche.

Unterdessen sorgen VW-Pläne, den neuen kleinen Geländewagen Tiguan möglicherweise auch in dem künftigen Werk in Russland zu bauen, laut Betriebsrat für Unruhe in der Belegschaft der VW-Tochter Auto 5000. Bisher ist die Auto 5000 in Wolfsburg als einziger Standort für die Tiguan-Fertigung vorgesehen. Auto 5000-Betriebsratschef Andreas Heim sagte, Voraussetzung für Russland als weiteren Tiguan-Standort sei eine Vollauslastung bei der Auto 5000. Dort wird bisher der Mini-Van Touran gefertigt. Ein VW-Sprecher sagte: "Im Sinne gebotener Flexibilität prüfen wir grundsätzlich, die Fahrzeugfertigung eines Modells auf mehrere Standorte zu verteilen."

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters

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