Konjunktur Weniger Konkurse

In diesem Jahr sind so wenige Firmen von der Pleite bedroht, wie lange nicht mehr: Die Zahl der Firmeninsolvenzen sinkt nach Expertenmeinung auf den niedrigsten Stand seit mehr als zehn Jahren. Denn jetzt habe der wirtschaftliche Aufschwung nicht nur die großen Exportfirmen erreicht, sondern auch kleinere Unternehmen.

Berlin - Wegen der anhaltend guten Konjunktur rechnen Experten mit einem weiteren Rückgang der Unternehmensinsolvenzen. Sowohl der Bundesverband der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken (BVR) als auch der Kreditversicherer Euler Hermes erwarten für 2007 eine Verringerung der Firmenzusammenbrüche im zweistelligen Prozentbereich verglichen mit dem Vorjahr.

So erwarten beispielsweise die Banker, dass die Pleitenzahl um rund 5000 oder 17 Prozent gegenüber 2006 auf rund 25.000 Konkurse sinke. Behalten sie Recht, wäre das der niedrigste Stand seit 1995. Euler Hermes prognostizieren dagegen eine Verringerung um rund 10 Prozent auf 27.300 Firmenpleiten. Das wäre immerhin noch der vierte Rückgang in Folge nach dem Höchststand von 39.320 Firmenpleiten im Jahr 2003.

"Während bislang vor allem größere, häufig exportorientierte Unternehmen von dem wirtschaftlichen Aufschwung und dem Exportboom der vergangenen Jahre profitieren konnten, verbessert sich nun auch die Lage der kleinen Unternehmen", betonten die Experten. Grund sei die spürbar anziehende Inlandsnachfrage. Im Westen dürfte der Rückgang der Firmenpleiten anders als in den Vorjahren kräftiger ausfallen als im Osten. Dort sei die Marktbereinigung bereits weit fortgeschritten, hieß es zur Begründung.

Am stärksten profitiert nach Angaben von Euler Hermes das verarbeitende Gewerbe vom konjunkturellen Aufschwung, denn die Zahl der Insolvenzen wird nach deutlichen Rückgängen in den Vorjahren auch 2007 voraussichtlich um 20 Prozent auf 2300 Pleiten zurückgehen.

Ebenfalls erheblich besser als vor einigen Jahren geht es offenbar der deutschen Baubranche: Hier werde die Zahl der Pleiten um 15 Prozent auf 4900 sinken. Trotz der günstigen Konjunktur bleibe die Insolvenzhäufigkeit im Baugewerbe mit 152 Fällen je 10 000 Unternehmen jedoch wesentlich höher als in den anderen Branchen.

manager-magazin.de mit Material von ddp und reuters

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