Eon Zurück an den Verhandlungstisch

Deutschlands größter Energiekonzern Eon muss sich auf weitere Gespräche mit der russischen Gasfirma Gazprom einstellen. Das Unternehmen will jetzt offenbar doch mehr Geld von Eon für die Beteiligung des Düsseldorfer Konzerns an einem Gasfeld in Russland. Das zusätzliche Bare hat Gazprom offenbar schon verplant.

Moskau - Gazprom  setzt auf einen zügigen Fortgang der Gespräche mit Eon  über die Erschließung des lukrativen Gasfeldes Juschno Russkoje. "Wir stehen hinter der grundsätzlichen Übereinkunft mit BASF  auf der einen und Eon auf der anderen Seite", sagte Gazproms Vize-Chef Alexander Medwedew dem "Handelsblatt".

Dennoch müssten einige Bereiche mehrere Monate nach Abschluss der Vereinbarung neu überdacht werden. "Der Markt ändert sich, die Prognosen für die Preise ändern sich und das muss natürlich miteinbezogen werden." Dazu seien aber noch keine Entscheidungen gefallen. Das sei ein normaler Weg in Verhandlungen, es gehe nicht darum, einseitig Vorteile zu erzielen, erklärte Medwedew.

Die schleppenden Verhandlungen mit Eon erklärte Medwedew laut "Handelsblatt" vor allem mit dem Mangel an personellen Kapazitäten im eigenen Haus. Zunächst sei es darum gegangen, die Gespräche mit BASF zu einem Abschluss zu bringen, gleichzeitig habe man wichtige Projekte mit dem italienischen Eni-Konzern sowie mit Shell  über die Beteiligung am Gasprojekt auf Sachalin verhandelt.

Gazprom will gemeinsam mit der BASF-Tochter Wintershall und Eon Juschno-Russkoje erschließen. Eon selbst ist mit 25 Prozent minus einer Aktie an dem Projekt beteiligt und hält einen Anteil von 6,43 Prozent an dem mehrheitlich staatlich kontrollieren russischen Gaskonzern.

Der steht derweil offenbar kurz vor einer Transaktion in Großbritannien. "In naher Zukunft wird es einen Abschluss geben, um den Kundenstamm auf dem britischen Markt zu erweitern", zitiert der "Daily Telegraph" Alexander Medwedew. "Jeder, der in London sein wird, um das Tennisturnier in Wimbledon anzuschauen, wird es erfahren."

Das zwei Wochen dauernde Turnier beginnt am 25. Juni. Gazprom hat sich bereits an der Centrica, der Muttergesellschaft von British Gas, und anderen europäischen Vermögenswerten interessiert gezeigt, wie der "Daily Telegraph" berichtet. Der Gaskonzern beliefere 2000 Firmen in Großbritannien direkt.

Anfang dieses Jahres habe Gazprom angekündigt, sie plane den Bau von Kraftwerken in Großbritannien und strebe bis 2010 einen Marktanteil von 10 Prozent in Großbritannien an, so die Zeitung. Auf den britischen Inseln haben auch Eon sowie RWE  eine Menge Kunden.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa-afx

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