Erdgas Milliardenklage gegen BASF vor dem Scheitern

Die Milliardenklage des texanischen Konzerns Moncrief Oil International gegen den Ludwigshafener Chemiekonzern BASF steht vor dem Scheitern. Richard Moncrief sieht sich von BASF aus einem Geschäft mit dem russischen Energieversorger Gazprom gedrängt.

Frankenthal - Wenn der Kläger zwischenzeitlich keine neuen Anhaltspunkte vortrage, werde das Gericht am Verkündigungstermin, der auf den 5. Juli festgesetzt wurde, die Klage abweisen, sagte der Vorsitzende Richter, Manfred Nax, am Donnerstag in Frankenthal (Pfalz).

Die Parteien hatten sich in der Verhandlung vor der dritten Zivilkammer des Landgerichts Frankenthal am Donnerstag nicht gütlich einigen können. In dem Streit zwischen Moncrief Oil und der BASF  geht es um die Beteiligung an dem noch nicht in Betrieb genommenen sibirischen Gasfeld Juschno Russkoje.

Der Chef des texanischen Familienunternehmens, Richard W. Moncrief, der selbst vor Gericht anwesend war, sieht seinen Konzern von der BASF aus einem Geschäft mit dem russischen Energieversorger Gazprom gedrängt.

Berufung auf alte Verträge

Moncrief beruft sich auf Verträge mit Gazprom aus den Jahren 1997 und 1998, wonach seinem Unternehmen ein 40-prozentiger Anteil an den künftigen Erträgen des Gasfeldes zugesichert worden sei. Die BASF und ihr Tochterunternehmen Wintershall hätten Gazprom allerdings zu einem Vertragsbruch gegenüber Moncrief gedrängt. Laut einem Vertrag von April 2006 darf nun Wintershall 35 Prozent der Gasvorkommen von Juschno Russkoje fördern.

Moncrief klagt im Wesentlichen auf eine Feststellung der Nichtigkeit und eine Unterlassung der Verträge zwischen Gazprom und BASF sowie auf Schadenersatz. Der US-Konzern beziffert den Schaden infolge entgangener Erträge auf rund acht Milliarden US-Dollar.

Juschno Russkoje soll 2008 in Betrieb genommen werden. BASF beantragte die Klageabweisung.

manager-magazin.de mit ddp