Eon Mit Milliardenmacht in neue Märkte

Der Energiekonzern Eon will sein Geschäft stärker auf Europa ausrichten und mit Milliardeninvestitionen neue Märkte erschließen. Wie erwartet wurde der Vertrag mit Vorstandschef Wulf Bernotat um zwei Jahre verlängert.

Düsseldorf - Der Vorstand des Energiekonzerns kündigte am Donnerstag an, alle europäischen Handelsaktivitäten in einer Einheit zu bündeln und den Bau neuer Kraftwerke zentral zu steuern. Die geplanten Investitionen von 60 Milliarden Euro sollen überwiegend in die Stromerzeugung und in Zukäufe fließen.

"Insgesamt 70 Prozent beziehungsweise 42 Milliarden Euro unserer neuen Investitionsplanung sind für Wachstum vorgesehen, vor allem für organisches Wachstum in der Stromerzeugung", sagte Eon-Chef Wulf Bernotat auf einer Pressekonferenz in Düsseldorf.

Neben den zehn Milliarden Euro für die geplante Übernahme von Beteiligungen der spanischen Endesa  seien weitere 11,7 Milliarden Euro für Spanien, Italien und Frankreich vorgesehen.

Für das Engagement im russischen Strommarkt, in der Türkei und in Südeuropa seien sechs Milliarden Euro eingeplant, sagte Bernotat. Zudem wolle Eon  Milliardensummen in den Ausbau seines Gasgeschäfts und in erneuerbare Energien stecken.

Konsequenzen aus geplatzter Endesa-Übernahme

Der Konzern hatte am Mittwochabend für die nächsten Jahre höhere Gewinne und Dividenden sowie ein Programm zum Rückkauf eigener Aktien angekündigt. Die Aktie von Eon  kletterte daraufhin am Donnerstag um mehr als fünf Prozent auf rund 124 Euro nach oben.

Die Ankündigung ist das Ergebnis einer Überprüfung der Finanzstruktur, die Eon nach der Niederlage im Bieterrennen um Endesa Anfang April angekündigt hatte. Schon damals hatte Eon Zukäufe in diversen europäischen Regionen in Aussicht gestellt.

Der Konzern hatte das Bieterrennen um Endesa gegen den italienischen Energieriesen Enel  und den spanischen Baukonzern Acciona  verloren, wurde aber mit Beteiligungen in Spanien, Italien und Frankreich abgefunden. Das Unternehmen ist bereits in über 20 Ländern vertreten.

Aktienrückkauf für sieben Millarden Euro

Aktienrückkauf für sieben Milliarden Euro

Eon will bis Ende 2008 Aktien für rund sieben Milliarden Euro zurückkaufen. Damit reagiert das Unternehmen auf Forderungen von Anteilseignern, die wegen der Finanzkraft des Unternehmens höhere Ausschüttungen gefordert hatten.

Eine Sonderdividende für 2007, wie sie Aktionärsvertreter verlangen, kündigte Eon nicht an. Sollte der Verschuldungsgrad allerdings zu gering werden, wolle Eon auch Sonderdividenden und weitere Aktienrückkäufe prüfen, teilte der Konzern mit.

Bernotats Vertrag verlängert

Die Anleger sollen in den kommenden Jahren auf jeden Fall deutlich höhere Dividenden erhalten. "Eon strebt ein jährliches durchschnittliches Dividendenwachstum von zehn bis 20 Prozent bis 2010 an", teilte das Unternehmen mit. Für das vergangene Jahr hatte der Versorger den Aktionären eine Gewinnbeteiligung von 3,35 Euro je Aktie gezahlt. Das waren 22 Prozent mehr als die regulären Dividende für 2005.

Den bereinigten Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) will Eon auf Rekordwerte schrauben. Von zuletzt 8,4 Milliarden Euro soll das Ergebnis bis 2010 jährlich um durchschnittlich zehn Prozent bis auf 12,4 Milliarden Euro zulegen. Dazu beitragen sollten operative Verbesserungen von rund einer Milliarde Euro.

Eon hat unterdessen wie erwartet den Vertrag mit seinem Vorstandsvorsitzenden Bernotat um zwei Jahre bis zum 30. April 2010 verlängert. Das habe der Aufsichtsrat beschlossen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Der 58-Jährige ist seit dem 1. Mai 2003 Vorstandsvorsitzender des größten deutschen Energiekonzerns.

manager-magazin.de mit Material von dpa und ap

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