Nordex Großaktionäre prüfen Verkauf

Zwei Großeigner des Windanlagenbauers Nordex prüfen ihren Ausstieg. Die Aktie des Unternehmens legte deutlich zu, obwohl noch nichts entschieden ist. Nach einigen Krisenjahren läuft das Geschäft für Nordex wieder rund.

Hamburg/Rostock - Die Großaktionäre des Windanlagenbauers Nordex  prüfen einen Verkauf ihrer Anteile. Das Unternehmen bestätigte am Donnerstag, dass Goldman Sachs  und CMP Capital Management Partners einen Verkauf von Aktien der Gesellschaft prüfen und in diesem Zusammenhang eine Investmentbank beaufträgt hätten.

CMP ist mit 26,7 Prozent an Nordex beteiligt, Goldman Sachs hält 17,4 Prozent. Nach Worten des Nordex-Sprechers Ralf Peters hat das Unternehmen derzeit einen Börsenwert von knapp 1,7 Milliarden Euro. Am Donnerstag stieg die Aktie im frühen Handel um rund 5 Prozent.

Ob und in welcher Form es zu einer vollständigen oder teilweisen Veräußerung kommen werde, sei aus Nordex-Sicht zum jetzigen Zeitpunkt völlig offen. Peters schloss nicht aus, dass es sich bei der derzeitigen Verkaufsprüfung auch nur um einen Test handelt. Zu den rund 44 Prozent, die die beiden Großaktionäre halten, könnten laut Peters noch weitere 8 Prozent kommen. Diese seien im Besitz der HSH Nordbank und der HypoVereinsbank, die Großaktionäre könnten darauf Einfluss nehmen.

Nordex gehe nicht davon aus, dass Finanzinvestoren Interesse an einem Kauf zeigen könnten, sagte Peters. Eher sei an industrielle Investoren aus der Windbranche oder dem Kraftwerksbereich zu denken.

Auf der Hauptversammlung Mitte Mai in Rostock-Warnemünde hatte Nordex für die ersten drei Monate des Jahres einen deutlichen Gewinnanstieg vermeldet. Der Umsatz legte gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 21 Prozent auf 151 Millionen Euro zu. Für 2008 peilt die Gesellschaft eine Milliarde Euro Umsatz an. Der Auftragsbestand liegt nach Unternehmensangaben bei rund 1,4 Milliarden Euro. Nordex ist damit bis 2008 eingedeckt.

Fast 90 Prozent der Aufträge kommen aus dem Ausland. Weltweit ist das Unternehmen nach eigenen Angaben in 18 Ländern mit Büros und Tochtergesellschaften vertreten. Ende 2006 beschäftigte die Gruppe rund 1000 Mitarbeiter. Nordex hat sein Stammwerk in Rostock, der juristische Sitz der Gesellschaft ist in Norderstedt.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx