Samstag, 20. Juli 2019

Konzernzentrale Deutsche Bank kauft Soll und Haben

Die Deutsche Bank will Eigentümerin ihrer Konzernzentrale werden. Die Anleger eines hauseigenen Fonds sollen die als "Soll und Haben" bekannten Frankfurter Banktürme unter Marktwert an das Mutterhaus verkaufen. Als Grund wird die anstehende Renovierung der Häuser genannt.

Frankfurt am Main - Die Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen will ihre Konzernzentrale für rund 272 Millionen Euro zurückkaufen. Den Fondsanlegern der Immobilientochter DB Real Estate, in deren Besitz sich die in der Frankfurter Innenstadt gelegenen Zwillingstürme befinden, sei dafür ein Angebot unterbreitet worden, bestätigte ein Sprecher der Deutschen Bank einen Bericht der "Financial Times Deutschland" (FTD).

Zwillingstürme der Deutschen Bank: Im Volksmund als "Soll und Haben" verspottet
Der im Jahr 1984 zur Finanzierung der Zwillingstürme an der Taunusanlage aufgelegte Immobilienfonds soll vorzeitig aufgelöst werden, damit das Institut aus dem Mietverhältnis mit dem Fonds herauskommt. Grund für diesen Schritt sei die anstehende Renovierung des Gebäudes. Dies mache wirtschaftlich mehr Sinn, wenn sich das Objekt im Besitz der Bank befinde. Derzeit ist die Deutsche Bank nur Mieter in dem Gebäude.

"Die Deutsche Bank plant, das Gebäude weiterhin langfristig als ihre Zentrale zu nutzen", heißt es laut "FTD" in einem Kaufangebot an die 1300 Anleger, das die Deutsche Bank gestern versandt habe. Bis zum 6. Juli haben die Anleger Zeit, dem Verkauf deutlich unter Marktwert zuzustimmen. Nach dem Erbbaurecht könnte die Bank das Gebäude allerdings 2019 noch deutlich günstiger, für 25 Prozent der Baukosten erwerben. Die beiden 155 Meter hohen Türme der Deutschen-Bank-Zentrale wurden 1979 bis 1984 erstellt und sollen nun bis Ende 2009 saniert werden.

Für die Dauer der Renovierung wird das Gebäude komplett gesperrt. Die rund 2000 in den Zwillingstürmen untergebrachten Mitarbeiter müssen in ein Gebäude auf dem Messegelände ausweichen. Die Renovierungsarbeiten waren notwendig geworden, weil der Bauzustand nicht mehr den aktuellen Brand- und Bauschutzvorschriften entspricht. "Der Aktienkurs dürfte kaum auf die Meldung reagieren", hieß es am Markt. Bis zum Mittag legte die Aktie 0,4 Prozent zu, deutlich weniger als der Dax Börsen-Chart zeigen.

manager-magazin.de mit Material von dow jones und dpa-afx

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