Ankara Sechs Tote bei Bombenanschlag

In einem Touristenviertel der türkischen Hauptstadt Ankara ist eine Bombe detoniert. Mehr als 60 Menschen wurden dabei verletzt, sechs getötet. Bisher hat sich niemand zu dem Anschlag bekannt.

Ankara - Bei einem Bombenanschlag in einem Touristenviertel von Ankara sind am Dienstag sechs Menschen getötet worden. Der türkische Ministerpräsident Tayyip Erdogan sprach bei einem Besuch vor Ort sichtlich erschüttert von einer bösartigen, unbarmherzigen Terrorattacke.

Vier Türken und ein Pakistaner seien getötet, mehr als 60 Menschen verletzt worden, darunter zahlreiche ausländische Touristen. Einem TV-Bericht zufolge nahm die Polizei sieben Verdächtige fest.

Durch die Wucht der Explosion am Eingang barsten die Scheiben der Anafartalar-Einkaufspassage in der türkischen Hauptstadt. Fernsehbilder zeigten eine Leiche auf der Straße vor dem Gebäude, Rettungswagen eilten zum Ort des Geschehens und transportierten blutüberströmte Opfer ab. Die Polizei evakuierte die Gegend und sperrte sie weiträumig ab. Die Detonation ereignete sich im Bezirk Ulus, der vor allem wegen seiner Basare beliebt ist.

Anschlagserie von 2003

Die Bombe detonierte in der Nähe einer Bushaltestelle vor dem belebten Einkaufszentrum, wie der private türkische Fernsehsender NTV unter Berufung auf die Polizei meldete. Gesplitter und Trümmer wurden über eine weite Fläche verstreut. In der Bombe soll NTV zufolge Plastiksprengstoff verwendet worden sein. Diese Substanz wurde schon häufig von kurdischen Separatisten bei Anschlägen eingesetzt. Zunächst bekannte sich aber niemand zu der Tat.

In jüngerer Vergangenheit haben verschiedene Extremistengruppen Bombenanschläge in türkischen Städten verübt. Vergangenes Jahr erschütterte eine Anschlagsserie kurdischer Aufständischer türkische Ferienorte, mehr als ein Dutzend Menschen starben. 2003 wurden bei Anschlägen in Istanbul, die Al-Kaida-Muslimextremisten zugeschrieben wurden, 32 Menschen getötet. Wenige Tage zuvor hatten sich Selbstmordattentäter mit ihren Autos vor zwei Synagogen der Stadt in die Luft gesprengt und 30 Menschen mit in den Tod gerissen.

manager-magazin.de mit Material von reuters und ap