Konjunktur Deutschland hui, Irland pfui

Die Lage der Weltwirtschafts soll im kommenden halben Jahr noch besser werden als jetzt, haben internationale Forscher herausgefunden - und Deutschland zählt zu den großen Wachstumsgewinnern. Dagegen müssen sich die bisherigen europäischen Konjunkturstars wie Irland und Spanien auf etwas schwierigere Zeiten einstellen.

Berlin - Die Weltwirtschaft setzt ihren Aufschwung einer Umfrage zufolge mindestens bis Jahresende fort. Der vom Münchner Ifo-Institut ermittelte Wirtschaftsklima-Index verharrte im Frühjahr bei 106,5 Punkten. "Die Erwartungen für die nächsten sechs Monate haben sich weiter aufgehellt und deuten auf eine robuste Weltkonjunktur im zweiten Halbjahr 2007 hin", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn am Dienstag zu der vierteljährlichen Umfrage unter mehr als 1000 Experten aus 91 Ländern.

Die aktuelle Lage wurde weiter sehr positiv bewertet, wenn auch etwas schlechter als zu Jahresbeginn. Die drei großen Wirtschaftsregionen Westeuropa, Nordamerika und Asien werden den Experten zufolge mit unterschiedlichem Tempo wachsen. In Westeuropa stieg der Klimaindikator auf ein Sechs-Jahres-Hoch. "Besonders günstig wird die aktuelle Wirtschaftslage nach wie vor in den skandinavischen Staaten sowie in Deutschland und den Niederlanden bewertet", sagte Sinn.

In Großbritannien, Irland und Spanien rechnen die Experten dagegen mit einer Abkühlung. In Nordamerika sank der Indikator erstmals seit vier Jahren unter seinen langfristigen Durchschnitt. Sowohl die Lage als auch die Erwartungen für die kommenden sechs Monate wurden schlechter eingeschätzt als zu Jahresbeginn.

Auch in Asien trübte sich das Klima ein, blieb aber freundlicher als im langjährigen Durchschnitt. In Japan, Indien und Hongkong beispielsweise nahm der Konjunkturoptimismus ab. "In China wird dagegen weiterhin eine positive Wirtschaftsentwicklung erwartet", sagte Sinn. Auch bei den Prognosen für den Preisauftrieb würden sich die Regionen unterschiedlich entwickeln. Während die Inflationserwartungen für Westeuropa stabil blieben, nahmen sie in den USA zu und schwächten sich in Asien ab.

manager-magazin.de mit Material von reuters