Unicredit/Capitalia Finale grande

Nun ist das Angebot da - der italienische Finanzkonzern Unicredit bietet 1,12 eigene Aktien pro Anteilsschein des Wettbewerbers Capitalia. Und schmiedet mit dieser Fusion so ganz nebenbei die zweitgrößte Bank Europas.

Mailand - Rom (dpa) - Die italienischen Großbanken Unicredit  und Capitalia  haben am Sonntag ihre Fusion beschlossen. Durch das Zusammengehen entsteht die zweitgrößte Bank in Europa mit einem Börsenwert von 100 Milliarden Euro, hieß es nach einer über fünfstündigen Verwaltungsratssitzung in Mailand aus Finanzkreisen.

Der Board der Unicredit hat der geplanten Fusion mit dem italienischen Wettbewerber Capitalia einstimmig zugestimmt. Das sagte ein Unicredit-Vetreter am Sonntag. Italienische Nachrichtenagenturen melden unterdessen, dass sich auch der Board der Capitalia für einen Zusammenschluss ausgesprochen hat.

Die italienischen Nachrichtenagenturen Ansa und Apcom zitieren den Capitalia-Vize-Chairman, Paolo Savona, mit den Worten, dass das Board grünes Licht für die Fusion mit Unicredit gegeben habe und alles erledigt sei.

Der Zukauf soll in Form eines Aktientauschs über die Bühne gehen. Die Capitalia-Aktionäre sollen 1,12 Unicredit-Aktien je eigenen Anteil erhalten, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa. Genau so war es bereits vermutet worden.

Nach Informationen des Mailänder "Corriere della Sera" werden die durch den Zusammenschluss entstehenden Synergieeffekte auf 1,16 Milliarden Euro beziffert. Davon würden alleine 800 Millionen Euro auf Kosteneinsparungen entfallen. Mit dem Einstieg bei der vier Mal kleineren Capitalia überholt die HVB-Mutter Unicredit die bisher größte italienische Bank Intesa-Sanpaolo. Weltweit wird die neue Gruppe aus Platz sechs rangieren.

Unicredit-Chef Alessandro Profumo und sein Präsident Dieter Rampl sollen in ihren Ämtern bleiben. Die neue Mega-Bank wird voraussichtlich im Oktober operativ sein.

Der Streubesitz der neuen Bank namens Unicredit würde sich auf 74,1 Prozent belaufen. Obwohl der Verwaltungssitz in Rom angesiedelt sein soll, soll das Tagesgeschäft aus Mailand gesteuert werden. Während einer Übergangsperiode sollten vier Vorstandsmitglieder von Unicredit und Capitalia in den jeweils anderen Vorstand entsandt werden.

Durch den milliardenschweren Zusammenschluss von Unicredit und Capitalia würden die deutschen Banken weiter ins Hintertreffen geraten, denn der Sektor befindet sich in Europa in einem tiefgreifenden Umbruch. Unicredit selbst hatte 2005 mit dem Kauf der Münchener HVB das Startsignal für die Konsolidierung gegeben. Seither gab es unter anderem in Italien mehrere Großfusionen. In den Niederlanden liefern sich derzeit zudem die britische Barclays und ein Konsortium um die Royal Bank of Scotland einen Bieterkampf um ABN Amro.

manager-magazin.de mit Material von ap, dow jones, dpa und reuters