Namensstreit Daimler nicht ohne Benz

Über den künftigen Namen von DaimlerChrysler ist eine Diskussion entbrannt. Die Stadt Mannheim hat den Autokonzern aufgefordert, den Bestandteil Benz wieder aufzunehmen. In einer Resolution des Gemeinderats heißt es, dies sei man Karl Benz und seinen Leistungen schuldig.

Stuttgart/Mannheim - Gegen die geplante Umbenennung des Automobilherstellers DaimlerChrysler  in Daimler regt sich am traditionsreichen Standort Mannheim Unmut. Der Gemeinderat wandte sich in einer Resolution dagegen, dass nach der Rückabwicklung der Fusion von Daimler-Benz und Chrysler der frühere Namensbestandteil Benz nicht wieder aufgenommen werde.

"Unseres Erachtens ist das Unternehmen dies Karl Benz und seinen Leistungen schuldig", heißt es in der am Mittwoch veröffentlichten Resolution. Karl Benz stehe mit seinem Schaffen für einen wesentlichen Teil der weltweiten Automobilgeschichte, heißt es. In Mannheim sei das erste patentierte Auto der Welt gebaut worden. Karl Benz in Mannheim und Gottlieb Daimler in Stuttgart hatten vor mehr als 100 Jahren unabhängig voneinander an der Entwicklung des Automobils gearbeitet. Die von ihnen aufgebauten Unternehmen fusionierten später.

Der voraussichtlich noch bis zum Abschluss des Verkaufs der verlustreichen US-Tochter im Herbst als DaimlerChrysler firmierende Stuttgarter Konzern wies die Kritik umgehend zurück und verteidigte die Umbenennung. "Der Vorschlag des Namens Daimler AG ist keineswegs eine Geringschätzung von Karl Benz zu sehen", teilte der Konzern mit.

Der Firmenname sei vielmehr als Dachmarke zu verstehen. In dem Markennamen Mercedes-Benz bleibt der Name des Autopioniers erhalten.

Die Aktionäre des Automobilherstellers sollen auf einer außerordentlichen Hauptversammlung über die Umfirmierung entscheiden.

manager-magazin.de mit Material von ap, reuters