Tui Die Kirche im Dorf lassen

Tui hat in der Toskana ein komplettes Dorf gekauft. Dort soll ein großes Tourismusprojekt umgesetzt werden. Nur die Kirche konnte der Reisekonzern nicht erwerben - sie soll jedoch auf Tui-Kosten saniert werden.

Hannover - Der Tui-Konzern  hat in der Toskana ein Dorf samt alter Burg, Wehrmauer, Weinbergen und Olivenhainen gekauft, um dort ein gigantisches Tourismusprojekt zu verwirklichen. Nach Informationen der Nachrichtenagentur ap liegt die Investitionssumme über 250 Millionen Euro.

300 neue Arbeitsplätze sollen in dem Ort südlich von Pisa entstehen. Wesentlicher Teil des Konzeptes sei eine "weitgehend autarke Versorgung durch den Einsatz erneuerbarer Energien", sagte Konzernchef Michael Frenzel auf der Hauptversammlung in Hannover.

Der Ort Tenuta de Castelfalfi liegt laut Tui in Norditalien zwischen Florenz, Pisa und Siena. Das ganze Projekt umfasst elf Quadratkilometer Land, das noch bewohnte Dorf, die Burg samt Burgmauer. Nur die Kirche konnte Tui nach Angaben eines Sprechers nicht kaufen. Dennoch soll das Gotteshaus auf Konzernkosten saniert werden.

Der Ort leidet laut Tui seit Jahren unter dem Wegzug von Einwohnern, mehrere Gebäude seien verfallen. Die Einwohner sollen aber in dem Dorf bleiben. Auch Landwirtschaft, vor allem Wein - und Olivenanbau, soll weiterhin betrieben werden. Im Dorf sind Boutiquen, Wellnessangebote und Restaurants geplant.

Auf dem Gelände sollen Villen und Luxuswohnungen entstehen, ein Dorfhotel, ein Robinson Club und ein weiteres Hotel. Ein bestehender Golfplatz soll ausgebaut werden. Tui will nach eigenen Angaben auf eine umweltfreundliche Umsetzung achten und die Gäste mit Obst, Wein und Gemüse aus eigenem Anbau versorgen, sowie Strom aus erneuerbaren Energien erzeugen.

Eine endgültige Baugenehmigung steht laut Tui noch aus. Vorbild des Projektes ist das Urlaubsdorf Land Flesensee in Mecklenburg-Vorpommern. Bei dem italienischen Dorf hält Tui 85 Prozent der Anteile, italienische Partner den Rest.

manager-magazin.de mit Material von ap

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