Permira Investor greift nach Hugo Boss

Permira steigt mit knapp 30 Prozent beim Hugo-Boss-Großaktionär Valentino ein. Zugleich bekundete die Beteiligungsgesellschaft Interesse an einer Komplettübernahme. Doch auch die Private-Equity-Firma Carlyle ist offenbar noch im Rennen.

Mailand - Der Finanzinvestor Permira greift nach Hugo Boss . Permira kaufte am Mittwoch für gut 780 Millionen Euro knapp 30 Prozent an dem italienischen Hugo-Boss-Mutterkonzern Valentino und bekundete zugleich Interesse an einer Komplettübernahme. In diesem Fall würde Permira faktisch auch die Kontrolle über das erfolgreiche schwäbische Modehaus erhalten.

Börsianer spekulierten bereits darüber, dass Permira in diesem Falle als neuer Großaktionär von Hugo Boss für einen steigenden Aktienkurs sorgen könnte. Deshalb legten die Titel gegen den Trend vorübergehend um zwei Prozent zu, gaben jedoch später ihre Gewinne teilweise wieder ab. Hugo Boss wollte sich zu dem Vorgang zunächst nicht äußern.

Die Mehrheitsbeteiligung an Hugo Boss ist mit Abstand der wichtigste Teil des Valentino-Konzerns, der auch andere Marken wie Marlboro Classics unter seinen Fittichen hat. Valentino hält 50,9 Prozent des gesamten Aktienkapitals von Hugo Boss und 78,8 Prozent der Stimmrechte.

Permira wird mit dem Anteilskauf mit einem Schlag der wichtigste Großaktionär von Valentino und schlug die US-Private-Equity-Firma Carlyle aus dem Rennen. Carlyle gab den Kampf um Valentino offenbar dennoch nicht auf. "Das Spiel ist noch nicht vorbei", sagte eine mit der Situation vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters unter Verweise auf Aussagen von Carlyle-Vertretern.

Permira zahlt dem Verkäufer International Capital Growth (ICG) - der von der Marzotto-Familie kontrolliert wird - 35,65 Euro je Aktie einschließlich Dividende. Den übrigen Valentino-Aktionären will Permira aber höchstens 35 Euro je Aktie ohne Dividende zahlen. Permira hat bereits Kontakt zu weiteren Valentino-Großaktionären aufgenommen - unter anderem zu Canova mit einem Anteil von knapp 20 Prozent. Hugo Boss ist mit Herrenmode groß geworden, verbuchte jedoch zuletzt auch mit Damenmode ein kräftiges Wachstum. Allein in den ersten drei Monaten des Jahres machte Hugo Boss einen Umsatz von 500 Millionen Euro.

manager-magazin.de mit Material von reuters