BMW US-Werk wird ausgebaut

Der Autokonzern BMW will sein US-Werk Spartanburg ausbauen. Das kündigte Vorstandschef Norbert Reithofer am Dienstag auf der Hauptversammlung in München an. Damit das Währungsrisiko abnimmt, verliert Österreich einen Großauftrag.

München - Der Autobauer BMW  will sich mit einem massiven Ausbau seines US-Werks unabhängiger machen von den zuletzt kostspieligen Währungsrisiken. "In unserem größten Einzelmarkt, den USA, verkaufen wir deutlich mehr Fahrzeuge als wir lokal produzieren", sagte BMW-Chef Norbert Reithofer am Dienstag auf der Hauptversammlung des Konzerns.

Ein schwacher Dollar  schmälert den Ertrag. Daher sollen künftig auch der Nachfolger des Modells X3 sowie der neue X6 im US-Werk Spartanburg gebaut werden. Die Kapazität des Werks soll von derzeit 140.000 auf weit über 200.000 Fahrzeuge aufgestockt werden. 2006 hatten die Währungsbelastungen durch die Schwäche von US-Dollar und Yen den BMW-Gewinn vor Steuern um 666 Millionen Euro gedrückt.

Derzeit lässt BMW den geländegängigen X3 von Magna Steyr in Österreich bauen. Mit dem Hersteller will BMW auch künftig zusammenarbeiten, wie ein Sprecher sagte. "Wir können uns vorstellen, künftig ein Nischenmodell dort bauen zu lassen." In Branchenkreisen wird damit gerechnet, dass das Nachfolgermodell 2010 kommt. Im vergangenen Jahr wurden 113.000 Stück verkauft. Mit dem Wechsel in die USA kann BMW in Spartanburg die Kapazitäten auffüllen und erweitern.

Im vergangenen Jahr wurden im dem US-Werk 105.000 Autos gebaut - also weniger als die Kapazität hergibt. Zusätzlich wird dort nun auch noch der X6 gebaut, der Ende nächsten Jahres auf den Markt kommen soll. Dabei handelt es sich um einen neues geländegängiges SUV im Stil des X5 mit Coupé-Elementen. Hier dürfte mit fünfstelligen Stückzahlen zu rechnen sein.

Trotz eines Gewinneinbruchs und nur stagnierender Absätze im ersten Quartal bestätigte BMW die Ziele für das Gesamtjahr. "Beim Absatz erwarten wir bei allen drei Marken einen neuen Höchstwert", sagte Reithofer. Die Zahl der Auslieferungen von Autos der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce soll um einen hohen einstelligen Prozentwert auf über 1,4 Millionen verkaufte Fahrzeuge steigen. Bis 2010 will der Konzern rund 1,6 Millionen Autos im Jahr ausliefern.

Das Ergebnis vor Steuern soll über dem Rekordwert des Vorjahres - bereinigt um einen Sondereffekt - liegen. Damit will BMW vor Steuer weiterhin mehr als 3,75 Milliarden Euro verdienen. Einschließlich eines Sonderertrags aus einer Umtauschanleihe hatte der Vorsteuergewinn im vergangenen Jahr erstmals mehr als vier Milliarden Euro betragen.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters