Sparkurs Post streicht 1000 Stellen

Die Deutsche Post will mit der Zusammenlegung ihrer Brief- und Paketsparte rund 1000 Stellen in Deutschland einsparen. Den Betroffenen sollen neue Jobs in anderen Teilen des Konzerns angeboten werden. Zugleich will die Posttochter DHL ihren 100 Subunternehmen für die Auslieferung von Paketen deutlich weniger Geld zahlen.

Düsseldorf - Die Deutsche Post  setzt ihren Sparkurs in Deutschland mit Stellenstreichungen fort. Nach der Zusammenlegung der Paket- mit der Briefsparte fallen 800 bis 1000 Arbeitsplätze dem Rotstift zum Opfer, erklärte ein Postsprecher am Montag auf Anfragen von Nachrichtenagenturen und bestätigte damit einen Bericht des "Handelsblatts" (Dienstagausgabe).

Mit dem Job-Abbau wolle der Konzern Kosten senken: "Wir wollen Synergien heben." Die Stellen im Verwaltungsbereich sollten sozialverträglich abgebaut werden. Betriebsbedingte Kündigungen werde es nicht geben. Den Betroffenen sollten Stellen in anderen Sparten des Konzerns angeboten werden.

Die Post hatte bereits im vergangenen Jahr angekündigt, die beiden Sparten in Deutschland zusammenzuführen. Dies solle zu "erheblichen" Einsparungen und einem besseren Service für die Kunden führen, hieß es damals.

Gleichzeitig bekommen die nach Branchenschätzungen knapp 100 Subunternehmer der Post-Tochter DHL der Zeitung zufolge künftig bis zu 20 Prozent weniger für die Auslieferung von Paketen und Päckchen. Betroffen sind die Subunternehmer in den 880 Zustellbezirken, in denen die Post Dritte für die Auslieferung einsetzt. Zur Höhe der Einsparungen wollte sich der Sprecher auf Nachfrage der Zeitung nicht äußern. Die Post habe aber gemeinsam mit den Partnern Sparmaßnahmen geprüft, etwa im Flottenmanagement.

30.000 Beschäftigte demonstrierten in Berlin

Unterdessen haben am Montag rund 30.000 Post-Beschäftigte gegen das Auslaufen des Briefmonopols zum Jahresende demonstriert. Die Beschäftigten aus ganz Deutschland protestierten in Berlin dagegen, den deutschen Postmarkt früher als in anderen EU-Staaten zu öffnen, wie die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi mitteilte.

Beschäftigte und Unternehmen zögen dabei an einem Strang, sagte eine Verdi-Sprecherin. Der Postmarkt müsse in allen EU-Ländern gleichzeitig geöffnet werden, so die Sprecherin. Verbände der privaten Postkonkurrenten, Verbraucherverbände sowie der Groß- und Einzelhandel drängen dagegen auf die geplante Liberalisierung.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

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