Deutsche Telekom Mitarbeiter stimmen für Streik

Bei der Deutschen Telekom wird es zu Streiks kommen. In einer Urabstimmung haben sich die Beschäftigten des Unternehmens mit einer Mehrheit von 96,5 Prozent für einen Arbeitskampf entschieden.

Bonn - Bei der Deutschen Telekom  haben die Beschäftigten die Signale auf Streik gestellt: In einer Urabstimmung sprachen sich rund 96,5 Prozent der aufgerufenen Verdi-Mitglieder für Arbeitskampfmaßnahmen beim größten Telekommunikationsunternehmen Europas aus. Das teilte Verdi-Bundesvorstand Lothar Schröder am Donnerstag in Bonn mit. Er rechnet mit einer großen Beteiligung, da sich in einer separaten Befragung die Beamten solidarisch erklärt hätten.

Erstmals seit der Privatisierung vor über zehn Jahren gibt es nun einen Arbeitskampf bei dem Bonner Unternehmen. Der Protest richtet sich gegen die geplante Auslagerung von rund 50.000 Mitarbeitern in neue Gesellschaften unter dem Dachnamen T-Service. Die Telekom will mit dem Konzernumbau ihre Kosten um bis zu 900 Millionen Euro jährlich senken und damit ihre Wettbewerbsfähigkeit verbessern. Zum Teil sollen die Einsparungen über längere Arbeitszeiten und eine Lohnkürzung von neun Prozent erzielt werden, was Verdi ablehnt. Die Gewerkschaft verlangt hingegen tariflichen Schutz für die betroffenen Mitarbeiter. In fünf Verhandlungsrunden hatten die Tarifparteien keine Annäherung erzielt. Die Telekom will nun T-Service zum 1. Juli ohne Zustimmung von Verdi gründen.

Die Gewerkschaft rechnet durch den Streik mit erheblichen Beeinträchtigungen der Betriebsabläufe. Bereits während der Warnstreiks in den vergangenen Wochen gab es Verzögerungen bei der Auftragsbearbeitung und Störungsbeseitigung.

Die Telekom hatte zuvor noch einmal ihren Reformkurs und die eingeleiteten Schritte als alternativlos bezeichnet. Vorstandschef René Obermann appellierte an den Sozialpartner, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. "Ein Streik nützt niemandem", sagte Obermann bei der Vorlage der Quartalszahlen. Die Telekom will durch die umstrittene Auslagerung den Service verbessern und Kosten in einem Volumen von bis zu 900 Millionen Euro einsparen.

manager-magazin.de mit Material von ddp und dpa