KarstadtQuelle Probleme mit Primondo

Die anhaltenden Probleme beim Versandhandel und die Mehrwertsteuererhöhung haben KarstadtQuelle im ersten Quartal weitere Umsatzeinbußen beschert. Vor allem die Versandhandelssparte Primondo litt unter anhaltender Kaufzurückhaltung.

Düsseldorf - KarstadtQuelle  ist mit einem Umsatzrückgang in den Sparten Warenhaus, Versand und Reise ins Geschäftsjahr 2007 gestartet. Der Umsatz der drei operativen Bereiche verringerte sich gegenüber dem Vorjahr um 1,7 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte.

Im Versandhandelsgeschäft schrumpften die Erlöse um 2,7 Prozent auf 982 Millionen Euro. Die in Primondo umbenannte Sparte werde 2007 in die Gewinnzone zurückkehren, kündigte das Unternehmen an. Ertragsdaten für das erste Quartal nannte der Konzern zunächst nicht.

Die Langfrist-Prognosen für das Geschäftsjahr 2008/09 bekräftigte der Konzern. "Wir haben unser Ziel eines Ebitda von über 1,3 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2008/09 fest im Visier", erklärte Vorstandschef Thomas Middelhoff. Der Konzernumsatz soll dann bei 23 Milliarden Euro liegen.

Im Warenhausgeschäft konnte KarstadtQuelle seine Verluste leicht verringern. Das bereinigte Ebitda der Sparte lag den Angaben zufolge in den ersten drei Monaten bei minus 26,5 Millionen Euro, nach einem Verlust von 27,2 Millionen Euro im Vorjahr. Der Umsatz der Sparte ging im ersten Quartal um 0,8 Prozent zurück. Bei der Touristiktochter Thomas Cook blieb der Umsatz mit 552 Millionen Euro Middelhoff zufolge "nahezu stabil".

Trotz des eher verhaltenen Starts zeigte sich Middelhoff aber für das Gesamtjahr optimistisch. Der Manager betonte: "Zwar haben wir in den ersten sechs Wochen Umsatzrückgänge gesehen, aber seit Mitte Februar steigt der Umsatz wieder." Für das Gesamtjahr erwarte der Konzern bei Karstadt und Thomas Cook Umsatz- und Ergebnissteigerungen.

Auch die Versandhandelstochter Primondo, zu der vor allem das Versandhaus Quelle und der Teleshoppingsender HSE 24 gehören, werde 2007 ebenfalls die Wende schaffen, versprach der Manager. "Wir haben ein tragfähiges Konzept und sehen an der steigenden Zahl der Neukunden bei Quelle, dass wir ab dem dritten Quartal wieder wachsen werden."

Große Chancen habe Primondo insbesondere im Handel übers Internet, betonte Middelhoff. Weitere Aufgaben in diesem Jahr lägen im Aufbau und in der zügigen Entwicklung neuer Märkte wie Russland, wo mittelfristig ein Umsatz von einer Milliarde Euro angestrebt werde.

Aus KarstadtQuelle wird Arcandor

Die Hauptversammlung in Düsseldorf dürfte die letzte sein, auf der der Konzern unter dem Namen KarstadtQuelle firmiert. Denn die Aktionäre der KarstadtQuelle AG haben der Umbenennung des Konzerns in Arcandor AG zugestimmt. Die Namensänderung soll nach Eintragung ins Handelsregister voraussichtlich Anfang Juli wirksam werden, sagte ein Unternehmenssprecher.

Für die Kunden ändert sich nichts. Die Warenhäuser tragen auch künftig den Namen Karstadt. Die Versandhandelssparte firmiert bereits seit einiger Zeit unter Primondo. Dazu gehören neben Quelle einige Spezialversender. Die Tourismussparte Thomas Cook und MyTravel wird als Thomas Cook plc an der Börse in London gelistet werden.

manager-magazin.de mit Material von reuters und ap