LBB Auch die WestLB gibt auf

Die WestLB ist aus dem Bieterverfahren für die zum Verkauf stehende Landesbank Berlin (LBB) ausgestiegen. Damit verbleiben von ursprünglich 19 Interessenten noch vier Bieter, darunter die Commerzbank als einziges privates Institut.

Düsseldorf - Auch die WestLB hat sich aus dem Kreis der Bieter für die zum Verkauf stehende Landesbank Berlin (LBB) verabschiedet. Das bestätigte der nordrhein-westfälische Finanzminister Helmut Linssen (CDU) auf Anfrage der Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires. Das Bundesland ist Großaktionär bei der Düsseldorfer Landesbank, der Finanzminister sitzt im Aufsichtsrat.

Zuvor hatte eine mit der Situation vertraute Person berichtet, dass sich die Düsseldorfer Landesbank nach eingehender Prüfung der Bücher und Gesprächen mit dem Management der LBB zu diesem Schritt entschlossen habe. Offenbar sei die WestLB der Meinung gewesen, dass die zu erwartenden Synergieeffekte und Ertragspotenziale den Preis nicht rechtfertigten. Sollte sich der Berliner Senat jedoch für eine Platzierung der Anteile an der Börse entscheiden, habe die WestLB Interesse an einem Aktienerwerb signalisiert, sagte ein mit dem Vorgang vertrauter Informant der Nachrichtenagentur dpa.

Mit dem Ausstieg der WestLB verbleiben noch vier Bieter, darunter drei aus der öffentlich-rechtlichen Bankenlandschaft. Neben der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) und der BayernLB ist noch der Sparkassenverband DSGV im Rennen. Als einziges privates Institut nimmt an dem Bietprozess noch die Commerzbank  teil. Am Montag war bekannt geworden, dass auch die beiden Finanzinvestoren Lone Star und JC Flowers aus dem Bieterverfahren ausgestiegen sind. Ursprünglich gab es 19 Interessenten.

Die Commerzbank bekräftigte dagegen ihr Interesse. Der Fokus für Zukäufe in Deutschland liege "derzeit auf der Landesbank Berlin", sagte Finanzvorstand Eric Strutz am Mittwoch. Weitere Einzelheiten nannte er nicht. Insgesamt bekräftigte Strutz die Strategie der Commerzbank: "Wir wollen wachsen." Dafür würde auch Geld in die Hand genommen und Akquisitionen getätigt, wenn sie sinnvoll seien.

Das Land Berlin muss auf Grund einer Entscheidung der EU-Kommission seinen 81-prozentigen Anteil an der Landesbank Berlin - der ehemaligen Bankgesellschaft - verkaufen. Dies war Auflage bei der Genehmigung von Milliardenhilfen für die in eine Schieflage geratene Bankgesellschaft. Zur LBB gehört auch die Berliner Sparkasse mit knapp zwei Millionen Kunden.

manager-magazin.de mit Material von ddp, dow jones, dpa

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