Dresdner Bank "Wir sind gut auf Kurs"

Die Dresdner Bank hat im ersten Quartal operativ kräftig zugelegt und weist nach schwierigen Jahren ein Rekordergebnis aus. Im Investmentbanking hinkt das Geldinstitut aber weiter der boomenden Branchenentwicklung hinterher.

Frankfurt am Main - Die boomende Kapitalmarktentwicklung im ersten Quartal ist an der Dresdner Bank offenbar weitgehend vorbeigelaufen. Wie die Tochter der Allianz  am Mittwoch mitteilte, ging das Handelsergebnis im Investment Banking um 4 Prozent auf 396 Millionen Euro zurück. Insgesamt legten die operativen Erträge im Investment Banking im Quartal zwar um 3 Prozent auf 891 Millionen Euro zu, lagen damit aber deutlich unter den deutlichen Zuwächsen der Wettbewerber.

So hatte die Deutsche Bank ihre Erträge im Investment Banking um 16 Prozent auf 5,1 Milliarden Euro erhöht und damit ein neues Rekordniveau markiert. Unter dem Strich entwickelte sich das Ergebnis der Dresdner Bank im Investment Banking sogar negativ. Es fiel um 8 Millionen Euro auf 213 Millionen Euro.

Im Privat- und Firmenkundengeschäft, sanken die Erträge der Frankfurter Allianz-Tochter auf 984 Millionen Euro nach 990 Millionen Euro im Startquartal 2006. Das Ergebnis vor Steuern in diesem Bereich legte dennoch um 4 Millionen auf 316 Millionen Euro zu.

Insgesamt legten die operativen Erträge der Dresdner Bank um 11,2 Prozent auf 2,061 Milliarden Euro zu, das operative Ergebnis stieg um 44,1 Prozent auf 712 Millionen Euro. Allerdings waren darin Einmaleffekte enthalten. Bereinigt um diese wuchs das operative Ergebnis um rund 13 Prozent. Die bereinigten Erträge lagen bei 1,875 (1. Quartal 2006: 1,853) Milliarden Euro.

Die Eigenkapitalrendite vor Steuern belief sich nach Unternehmensangaben im ersten Quartal auf 31,7 Prozent. Bereinigt lag sie bei 24,7 Prozent. Einen Ausblick für das Gesamtjahr gab die Bank nicht.

"Gute Phase für Banken"

"Gute Phase für Banken"

Dresdner-Bank-Chef Herbert Walter zeigte sich für das Gesamtjahr 2007 zuversichtlich, derzeit sei "eine gute Phase für Banken", sagte er. "Nach diesem ersten Quartal sind wir gut auf Kurs, unsere Ziele für 2007 zu erreichen." Der Allianz-Tochter komme zudem zugute, dass sie zwei Drittel ihres Geschäfts im Inland mache: "Wir glauben, dass die deutschen Banken von der guten konjunkturellen Entwicklung in Deutschland profitieren und auch im europäischen Vergleich ein Stück weiter aufholen werden."

Von den knapp 2500 Stellen, die bis Ende 2008 abgebaut werden sollen, seien im ersten Quartal etwa 450 gestrichen worden, überwiegend im Ausland und bei Tochtergesellschaften. Seit der Übernahme durch den Versicherungskonzern Allianz 2001 sind bei der Dresdner Bank bereits mehr als 17.000 Jobs weggefallen. Im Vergleich zu anderen Instituten in Deutschland hat die Dresdner Bank aber immer noch eine hohe Kostenquote.

Beim Investmentbanking, wo die Dresdner Bank deutlich hinter Wettbewerbern zurückbleibt, sieht Walter keinen Änderungsbedarf. "Wir konzentrieren unser Investment Banking sehr stark auf das Kundengeschäft, und da haben wir eine gut gefüllte Pipeline." Im Zusammenspiel mit der Allianz sieht Walter allerdings noch Verbesserungsmöglichkeiten für die Sparte: "Auf der Investmentbankseite haben wir innerhalb des Konzerns noch erhebliches Synergie-Potenzial." Auch insgesamt könne der Verbund noch effizienter werden.

manager-magazin.de mit Material von dpa, ap und dow jones

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