Siemens/Bosch Fehrenbach will nicht wechseln

Bosch-Chef Franz Fehrenbach ist für einen Wechsel auf den Chefsessel bei Siemens nicht zu haben, berichtet der Konzern. Siemens gibt bekannt, das weitere Topmanager Aktienoptionen über mehrere Millionen Euro in klingende Münze verwandelt haben.

Stuttgart - Franz Fehrenbach bleibt weiterhin Chef des Autozulieferers Bosch. Fehrenbach stehe nicht für einen Wechsel zu Siemens  zur Verfügung, sagte eine Bosch-Sprecherin am Montag. Er ist seit Juli 2003 Vorsitzender der Geschäftsführung bei dem Stuttgarter Zulieferer. Fehrenbach war in den letzten Tagen immer wieder als möglicher Siemens-Chef genannt worden, nach dem Vorstandschef Klaus Kleinfeld seinen Rücktritt angekündigt hatte.

Der SPIEGEL hatte berichtet, Gerhard Cromme, Aufsichtsratschef bei Siemens, habe Fehrenbach auf die Liste möglicher Kandidaten für den Vorstandschefposten gesetzt. Daneben sollen ABB-Chef Fred Kindle, Lars Josefsson vom schwedischen Stromkonzern Vattenfall  und schließlich - trotz offizieller Absage - Linde -Chef  Wolfgang Reitzle zu den Wunschkandidaten gehören.

Cromme soll nach Informationen aus Aufsichtsratskreisen allerdings zu dem Kandidaten-Thema einen Brief mit folgender Passage geschrieben haben: "Die Namen möglicher Kandidaten für den Vorstandsvorsitz sind frei erfunden."

Fehrenbach, 57, ist seit vier Jahren Vorsitzender der Geschäftsführung von Bosch. Seit seinem Eintritt bei dem Unternehmen im Jahr 1975 ist er ununterbrochen hier beschäftigt. Einen deutlichen Berührungspunkt mit Siemens gibt es aber: Bereits 1967 wurde die BSH Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH (damals Bosch-Siemens Hausgeräte GmbH) als Joint Venture der beiden Marken gegründet. 2006 brachte es die weltweit tätige Unternehmensgruppe auf einen Jahresumsatz von mehr als 8,3 Milliarden Euro.

Weitere Manager verkaufen ihre Siemens-Optionen

In den vergangenen Tagen hatten bereits mehrere Siemens-Vorstände im Rahmen eines Aktienoptionsprogramms Papiere im Wert von insgesamt mehreren Millionen Euro verkauft.

Wie heute bekannt wurde, trennte sich auch der Zentralvorstand Jürgen Radomski von 30.000 Siemens-Aktien mit einem Transaktionsvolumen von 2,72 Millionen Euro, wie aus einer Pflichtmitteilung des Dax-Konzerns am Montag hervorgeht. Aufsichtsratsmitglied Thomas Rackow verkaufte 5295 Aktien mit einem Volumen von 477.556 Euro.

Auch der Zentralvorstand Johannes Feldmayer hat sich erneut von Aktien getrennt. Er verkaufte 27.535 Papiere im Wert von 2,51 Millionen Euro. Der scheidende Siemens-Vorstandsvorsitzende Klaus Kleinfeld hatte in der vergangenen Woche 69.735 Siemens-Aktien im Wert von 6,3 Millionen Euro verkauft.

Motive für Aktienverkäufe nicht genannt

Zentralvorstand Rudi Lamprecht verkaufte 35.000 Aktien für 3,122 Millionen Euro. Der für die Medizintechnik verantwortliche Erich Reinhardt veräußerte 20.000 Aktien für 1,784 Millionen Euro. Der zurzeit wegen der Korruptionsaffäre freigestellte Feldmayer hatte in der vergangenen Woche insgesamt 25.000 Stück für 2,23 Millionen Euro verkauft.

Ein Siemens-Sprecher verwies darauf, dass derzeit wohl die Laufzeiten einzelner Tranchen auslaufen würden. Zudem gebe es bei der Ausübung von Optionen immer nur ein gewisses Zeitfenster. So sei etwa der Verkauf von Aktien im Vorfeld von Quartalszahlenpräsentationen nicht zulässig. Was die konkreten Beweggründe der handelnden Personen gewesen seien, könne er nicht kommentieren, so der Sprecher.

In der vergangenen Woche hatte Siemens in einer "Klarstellung" mitgeteilt, dass der jeweilige Transaktionsgewinn vor Steuern, der durch die Ausübung von Aktienoptionen aus dem Aktienoptionsplan 2001 erzielt werden kann, in der Regel "nur ein Bruchteil des Transaktionsvolumens" ist. Er ergebe sich aus der Differenz zwischen dem bei Zuteilung ermittelten Ausübungspreis der Option und dem tatsächlichen Schlusskurs der Siemens-Aktie am Tag der Ausübung.

manager-magazin.de mit Material von ap, vwd

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