Haushalt Defizit von 0,3 Prozent erwartet

Die Neuverschuldung des Staates soll im kommenden Jahr auf 0,3 Prozent vom BIP sinken, sagen die EU-Haushaltswächter voraus. Aktuell wird aus Brüssel eine Quote von 0,6 Prozent für die Neuverschuldung Deutschlands in diesem Jahr prognostiziert.

Brüssel - Die öffentliche Hand in Deutschland macht weniger Schulden. Das Staatsdefizit wird 2007 nach Einschätzung der EU auf 0,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts sinken. Gleichzeitig hebt die Kommission die Wachstumsprognose für Deutschland an.

Im Vergleich zum Vorjahr wird die Neuverschuldungsquote um 1,1 Prozentpunkte sinken, teilte die EU-Kommission in Brüssel in ihrem Frühjahrs-Konjunkturgutachten mit. 2008 soll die Neuverschuldung sogar noch weiter abnehmen - auf dann nur noch 0,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Zuvor hatte Deutschland jahrelang die Defizitgrenze von drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts überschritten. 2003 betrug das Minus in der Spitze 4 Prozent. Im vergangenen Jahr konnte Deutschland das sogenannte Maastricht-Kriterium dann erstmals wieder einhalten.

Beim Wirtschaftswachstum erwartet Brüssel für Deutschland nun ein Plus von 2,5 Prozent. In der letzten Prognose war die Kommission noch von 1,2 Prozent ausgegangen. Auch für 2008 wurde die Prognose angehoben: von 2,0 auf 2,4 Prozent.

Günstige Prognose für gesamte Euro-Region

Auch für die Eurozone ist die EU-Kommission mittlerweile optimistischer. Wegen robuster Investitionen und einer höheren Binnennachfrage hob sie die Wachstumsprognose ebenfalls deutlich an.

Das Bruttoinlandsprodukt im Euroraum werde in diesem Jahr um 2,6 Prozent wachsen. Im Herbst war die Kommission noch von 2,1 Prozent ausgegangen. Für das kommende Jahr erhöhte die Kommission ihre Prognose um 0,3 Prozentpunkte auf 2,5 Prozent.

Die Kommission begründet ihren Schritt mit der hohen Kapazitätsauslastung und der guten Stimmung in den Unternehmen. Außerdem habe sich der private Konsum dank der Belebung auf dem Arbeitsmarkt verbessert. Gestützt werde die Entwicklung auch vom Wachstum der Weltwirtschaft. Das hohe Wachstumstempo der Schwellenländer kompensiere die schwächere Konjunktur in den USA weitgehend.

Positive Aussichten gibt es nach Einschätzung der EU-Kommission auch auf dem Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosigkeit in der Eurozone dürfte den Angaben zufolge weiter sinken. Die Quote werde von 7,9 Prozent im vergangenen Jahr auf 7,3 Prozent in diesem Jahr sinken. Im kommenden Jahr werde sie erneut zurückgehen auf dann 6,9 Prozent. Im Herbst war die Kommission noch pessimistischer gewesen.

Die Inflationsrate in der Eurozone wird nach Einschätzung der Kommission im laufenden und kommenden Jahr bei je 1,9 Prozent liegen. Im vergangenen Jahr waren die Verbraucherpreise noch um 2,2 Prozent gestiegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt eine Inflationsrate unter zwei Prozent an.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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