Frankreich Sarkozy gewinnt Präsidentenwahl

Der konservative Politiker Nicolas Sarkozy wird neuer Staatspräsident Frankreichs. Der Vorsitzende der Regierungspartei UMP setzte sich bei der Stichwahl am Sonntag mit 53 Prozent gegen seine sozialistische Rivalin Segolene Royal durch, die dem vorläufigen amtlichen Endergebnis zufolge auf 47 Prozent kam.

Paris - Die Wahlbeteiligung war mit fast 84 Prozent die höchste seit 1998. Royal räumte unmittelbar nach Schließung der Wahllokale ihre Niederlage ein. Nach der zwölfjährigen Regierungszeit von Präsident Jacques Chirac bleibt der Elysee-Palast damit in der Hand des bürgerlichen Lagers.

Sarkozy wird am 16. Mai das Amt antreten und eine Regierung bilden, bevor im Juni ein neues Parlament gewählt wird. Der 52-Jährige wird der erste französische Staatschef sein, der nach dem Zweiten Weltkrieg geboren ist.

Kurz nachdem die Fernsehsender das Wahlergebnis meldeten, kam es in mehreren Städten zu gewaltsamen Protesten. Auf dem Pariser Platz der Bastille warfen dutzende Jugendliche Flaschen und Steine auf Polizisten, wie Augenzeugen berichteten. Die Sicherheitskräfte gingen mit Tränengas und Wasserwerfern gegen 2000 Demonstranten vor. Vier Polizisten und eine weitere Person wurden den Behörden zufolge verletzt. Auch in Lyon und Toulouse kam es zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei. In einigen Pariser Vororten wurden Autos in Brand gesteckt. Genaue Zahlen lagen nicht vor.

Sarkozy rief das Land zur Einheit auf: "Ich will Präsident aller Franzosen sein". Niemand werde zurückgelassen. Gleichzeitig schärfte er sein Profil als Hardliner. "Das französische Volk hat sich entschieden, mit den Ideen und Gewohnheiten der Vergangenheit zu brechen. Ich werde also Arbeit, Autorität, Moral, Respekt und Leistung rehabilitieren", sagte er.

Köhler und Merkel gratulieren

Sarkozy nutzte seine Rede nach dem Wahlsieg auch zu einem Bekenntnis zu Europa: "Heute Abend meldet sich Frankreich in Europa zurück." Die europäische Einigung sei ein Projekt, an das er sein ganzes Leben geglaubt habe. Zugleich könnten die USA stets auf die Freundschaft Frankreichs zählen.

Bundespräsident Horst Köhler und Bundeskanzlerin Angela Merkel gratulierten Sarkozy. Er hoffe, "dass unsere beiden Länder ihre besonders enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit fortsetzen", erklärte Köhler in Berlin. Merkel teilte mit, sie sei sich sicher, dass unter Sarkozy die deutsch-französische Freundschaft weiterhin die Grundlage sein werde, um Frieden, Demokratie und Wohlstand in Europa dauerhaft zu sichern.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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