Außenwirtschaft Grenze wird eingerissen

Die Europäische Union will ihre Handelsbeziehungen zu Südkorea deutlich ausbauen. Europas Handelskommissar Peter Mandelson und der südkoreanische Handelsminister Kim Hyun Chong haben den Beginn der seit langem geplanten Gespräche über ein umfassendes Freihandelsabkommen angekündigt. Es geht für neide Seiten um Milliarden-Beträge.

Brüssel - "Für die Europäische Union (EU) bedeuten die Freihandelsgespräche mit Südkorea ihre Hinwendung zu einem stärkeren Fokus auf Asien", sagte Mandelson. Was die EU wolle, sei der "höchste Grad von Handelsliberalisierung, besonders bei Dienstleistungen und Investitionen". Der Rat der Europäischen Union hatte im April der EU-Kommission Mandate für die Verhandlung von Freihandelsabkommen mit den Ländern des Verbands südost-asiatischer Nationen (ASEAN), Indien und Südkorea erteilt.

Es wird erwartet, dass die EU die südkoreanische Regierung insbesondere auf einen besseren Zugang zum Automarkt wie auch zu den Bereichen Pharmazeutika, Chemikalien, Maschinen und Kosmetika drängen wird. Der Handel zwischen Südkorea und der EU erreichte nach Angaben des Handelsministeriums in Seoul im vergangenen Jahr ein Volumen von 79 Milliarden Dollar.

Damit war die EU zweitgrößte Handelsregion für Südkorea hinter China und knapp vor Japan und den USA. Beide Seiten erwarten von einem Freihandelsabkommen einen erheblichen Ausbau der Exporte in die jeweils andere Region.

Ein Abkommen mit der EU werde eine "ausgezeichnete Gelegenheit" für Südkorea sein, ein Zentrum des Freihandels in Ostasien zu werden, das Europa, Asien und die USA verbinde, sagte Handelsminister Kim.

Nach koreanischen Angaben werde es in diesem Jahr voraussichtlich fünf bis sechs Verhandlungsrunden geben, um die Gespräche sobald wie möglich abzuschließen. Im Juli und September vorigen Jahres gab es bereits Vorbereitungstreffen zwischen beiden Seiten. Eine Verhandlungsfrist wurde nicht festgelegt.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx