Celesio Auf Einkaufstour

Europas größter Pharmahändler Celesio nimmt nach der Übernahme des Arzneiversenders Doc Morris und von 63 britischen Apotheken weitere Märkte in den Blick. Vor allem in Deutschlands Nachbarländern will das Unternehmen kräftig zukaufen.

Hamburg - Der bedeutendste deutsche Pharmahändler Celesio setzt auf Wachstum. "In einigen Ländern, ich denke vor allem an Belgien, Irland und die Niederlande, ist unsere Abdeckung noch unzureichend. Hier sehen wir noch großes Expansionspotenzial", sagte der für den Bereich Apotheken zuständige Celesio-Vorstand Stefan Meister dem Magazin "Euro am Sonntag". Celesio werde überall dort zukaufen, "wo wir Apotheken an attraktiven Standorten zu vernünftigen Preisen erwerben können."

In Deutschland will die zum Haniel-Konzern gehörende Celesio bis Jahresende rund 100 Apotheken unter dem Namen "Doc Morris" im Franchise-System betreiben. "Hier sind wir auf gutem Weg, Dutzende Verträge sind bereits unterschrieben", sagte er. Schon jetzt gibt es laut Meister rund 25 Apotheken unter dem Doc-Morris-Logo, die von einzelnen Apothekern im Einklang mit dem noch geltenden Mehr- und Fremdbesitzverbot geführt werden.

In Deutschland will Celesio darüber hinaus eine Kette mit Apotheken im eigenen Besitz aufbauen, falls die rechtlichen Möglichkeiten dazu in der Bundesrepublik entstehen sollten. "Zusätzlich zum Ausbau des Franchisemodells unter Doc Morris wollen wir bei geklärter Rechtslage eine eigene Apothekenkette aufbauen", sagte Meister der Wirtschaftszeitung. "Die Gesamtzahl der deutschen Apotheken im Konzern kann in drei bis fünf Jahren durchaus die Zahl 500 übersteigen", sagte Meister.

Meister kündigte gegenüber dem Magazin die Fortsetzung der bisherigen Dividendenpolitik an. "Wir schütten seit Jahren rund 30 Prozent unseres Jahresüberschusses aus, daran halten wir auch künftig fest", sagte er.

manager-magazin.de mit Material von vwd