ABN Amro Milliarden für Tochter-Unternehmen

Die holländische Großbank ABN Amro kommt nicht zur Ruhe. Das Bieterkonsortium um die Royal Bank of Scotland will offenbar 24,5 Milliarden Dollar für die amerikanische Amro-Tochter LaSalle bieten. Die Offerte hängt aber wohl davon ab, ob ein Gebot für die gesamte niederländische Bank erfolgreich sein wird.

Hamburg - Für ABN Amro  wolle das Konsortium aus der Royal Bank of Scotland , der spanischen Bank Santander  und dem niederländisch-belgischen Finanzdienstleister Fortis  etwa 39 Euro je Aktie bieten. Damit würde der Kauf der Bank 72 Milliarden Euro teuer und die angestrebte Übernahme zur größten in der Bankenbranche. Allerdings scheint die Finanzierung innerhalb des Konsortiums noch nicht abschließend geklärt.

ABN hatte seinen Aktionären am Freitag nach wie vor ein Zusammengehen mit dem britischen Konkurrenten Barclays  empfohlen, deren Gebot mit mehr als 60 Milliarden Euro um einiges niedriger liegt. Im Zuge der Einigung mit Barclays hatte ABN ursprünglich auch einen Verkauf von LaSalle an die Bank of America  für 21 Milliarden Dollar eingefädelt, das sind umgerechnet etwa 15,5 Milliarden Euro. Dieses Geschäft wurde inzwischen aber auf Eis gelegt; ein niederländisches Gericht hatte ABN untersagt, LaSalle ohne Zustimmung der Aktionäre zu verkaufen. Im Zuge dessen wird mittlerweile spekuliert, dass ABN-Chef Rijkman Groenink eventuell abtreten werde.

Die niederländische Großbank hatte trotz der Vereinbarung mit der Bank of America Gegenangebote für LaSalle zugelassen. Eine entsprechende Frist lief ursprünglich am Sonntag Mitternacht New Yorker Zeit aus. Die Internetausgabe der "Financial Times" berichtete am Samstag aber, dass ABN nach dem Gerichtsurteil vorerst keine neuen Angebote für ihre stark umworbene US-Tochter annehmen wollte.

Die Bank of America reichte nach dem Gerichtsurteil zu LaSalle eine Schadenersatzklage gegen ABN ein. Das Institut habe einen "erheblichen Schaden" durch das Verhalten von ABN erlitten und wolle verhindern, dass ABN LaSalle an einen anderen Konzern verkaufe, hieß es in der Klageschrift. Die US-Bank warf ABN am Freitag vor, sich in unfairer Weise um Milliarden Dollar bereichert zu haben, da sie bei ihrer eigenen Offerte einem Aufschlag für LaSalle zugestimmt habe.

manager-magazin.de mit Material von reuters